271. Zeitspiele in Organisationen (Jonas Geissler)

Shownotes

Zeit ist mehr als ein knappes Gut. Jonas Geissler, einer der renommiertesten Zeitforscher im deutschsprachigen Raum, zeigt in diesem Gespräch, warum der Umgang mit Zeit in Organisationen so viel mehr bedeutet als Effizienz und Planung.

Wir sprechen darüber, wozu uns die Zeitperspektive überhaupt hilft, was Zeitspiele und Zeitspieler:innen sind und warum wir das eine vom anderen unterscheiden sollten, was einen gelingenden Umgang mit Zeit ausmacht, warum Führung im Grunde Zeitraumgestaltung ist, warum die Zeit die Arbeitsbeschaffungsmaßnahme der Philosophie ist, was wir im Umgang mit Zeit tun und lassen sollten und warum Unternehmen sich unbedingt auf eine Zeitreise begeben sollten.

Ein Gespräch, das die Art verändern kann, wie du auf Zeit und auf Organisationen schaust.

Über Jonas Geissler:

Jonas Geissler ist Zeitforscher, Berater und Autor. Er begleitet Unternehmen und Führungskräfte dabei, einen bewussteren und wirksameren Umgang mit Zeit zu entwickeln.

Website: https://jonasgeissler.de LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/jonasgeissler/

Seine Bücher:

„Time is Honey – vom klugen Umgang mit der Zeit": https://www.amazon.de/Time-honey-klugen-Umgang-Zeit/dp/396006022X

„Alles eine Frage der Zeit": https://www.amazon.de/Alles-eine-Frage-Zeit-Geld%C2%AB-Logik/dp/3328110909

Trailer zum Buch: https://youtu.be/DeF-wGD2KgA

Weitere Empfehlungen:

Podcast „Good Work – Zeit haben oder Zeit gestalten": https://jonasgeissler.de/2026/01/06/zeit-haben-oder-zeit-gestalten/

Poster „Zeit und Haltung" – ein spannendes Tool für Führungskräfte: https://jonasgeissler.de/2026/01/20/zeit-haltung/

Artikel „Zeitvielfalt in Organisationen" (ZOE, mit Hans Rusinek): https://jonasgeissler.de/wp-content/uploads/2025/10/ZOE202504GeisslerRusinek.pdf

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Transkript anzeigen

00:00:00: Ein Grundsatz, den ich gerne übernehme und vermittel ist Verwechsel das Spiel nicht mit den Spielerinnen.

00:00:06: Das sind zwei unterschiedliche Phänomenbereiche.

00:00:08: Das erkennen wir daran wenn ich einzelne Leute interviewe die in einem Team arbeiten und mit jedem einzeln frage ich sag mal wie müssten eure Meetings sein dass sie richtig fresh sind so dann sagen die mir all diese moderiert und pünktlich und nicht zu langen roter Farben und dokumentiert Und dann sehe ich die gleichen, die dieses Wissen in sich tragen.

00:00:32: Keiner hat sie vorbereitet, die Hälfte ist zu spät, niemand übernimmt die Moderation und es dauert doppelt so lange wie

00:00:37: gedacht.".

00:00:37: Wie kann das sein?

00:00:38: Wo die das alle wissen, warum spielen diese klugen Spieler ein nicht-so-kluges

00:00:42: Spiel?".

00:00:53: Ja hallo!

00:00:54: Das ist Organisationenentwickeln – dein Become-Better-Podcast.

00:00:58: Hier bei become better rollen Führung und Arbeit wirksam gestalten uns natürlich eine Welt in der wir alle gerne leben und arbeiten möchten.

00:01:06: Ich bin wie immer Christina Grobendorfer, Unternehmerin, Autorin, Organisationsberaterin und Ausbilderin für systemische Beratung und systemische Führung.

00:01:16: Und heute sprechen wir über eines der vielleicht grundlegendsten doch meist auch unrefliktiertesten Themen in Organisationen nämlich über das Thema Zeit.

00:01:29: Wie entsteht eigentlich Zeit in sozialen Systemen?

00:01:33: Welche Zeitspiele spielen Organisationen und was heißt es, Zeit wirklich zu gestalten statt sie einfach nur so vorbeiziehen zu lassen oder

00:01:44: sie

00:01:45: managen zu wollen.

00:01:46: Darüber spreche ich mit Jonas Geißler.

00:01:49: er ist Organisationsberater erst Autor und der ist Mitbegründer von Times & More, einem Institut für Zeitberatung.

00:01:57: Und er begleitet Unternehmen und Führungskräfte dabei eine reflektierte Zeitkultur zu entwickeln.

00:02:03: Seine Bücher heißen Time is Honey vom klugen Umgang mit der Zeit – und als Co-Autor hat er auch an dem Buch Alles Eine Frage der Zeit mitgeschrieben gemeinsam mit Harald Lesch und Karl-Heinz Geisler.

00:02:18: Und sie zeigen dabei Wege auf, wie Organisationen Tempo Wirksamkeit und Sinn in ein neues Gleichgewicht bringen können.

00:02:25: Ja herzlich willkommen lieber Jonas.

00:02:28: ich freue mich!

00:02:28: Ich finde das ist ein tolles Thema was wir heute haben.

00:02:32: Danke für die Einladung.

00:02:33: Ich freue mich mit dir darüber zu sprechen.

00:02:35: Ja sehr schön war alles korrekt.

00:02:37: möchtest du irgendwas sonst noch hinzufügen korrigieren?

00:02:42: Ich habe irgendwann mal für mich nach langem Nachdenken inspiriert durch die Fragen meiner Töchter, was ich denn jetzt nun eigentlich beruflich so mache.

00:02:51: Und das war immer nicht ganz leicht zu erklären und dann bin ich eigentlich darauf gekommen dass ich am Ende ein Zeitraumgestalter bin.

00:02:58: Ich gestalte Zeiträume wo man Fritz Simon würde wahrscheinlich sagen den Fokus der Aufmerksamkeit lenkt und Dinge in die Kommunikation holt, die sonst da nicht so drin sind Transformationsbegleitung, Beratung, Workshop.

00:03:14: Ein

00:03:15: Zeitraum-Gestalter.

00:03:18: Sehr schön!

00:03:19: Zugegeben auch keine besonders kindgerechte Begrifflichkeit und mir hat es geholfen.

00:03:23: Ja ich wollte gerade sagen...

00:03:24: sehr philosophisch irgendwie ne?

00:03:27: Jetzt ist ja Zeit nicht nur Rahmen sondern Thema deines Lebens.

00:03:32: Wie ist das dazu gekommen?

00:03:33: also ist die Zeit irgendwann so angesprungen?

00:03:36: oder wie kamen die Zeit zu dir?

00:03:38: Das war biografisch bedingt durch meinen Vater, mit dem ich ja auch zusammengeschrieben habe und wir haben auch zusammen den legendären Vater-Sohn-Teilzeit-Vortrag gehalten.

00:03:50: Viele Jahre lang.

00:03:52: Mein Vater ist vor drei Jahren gestorben.

00:03:55: also der hat das zeitliche dann auch wirklich gesegnet nicht nur in dem Sinne wie er es sein ganzes Leben lang getan hat.

00:04:01: Und der war profe Wirtschaftspädagogik und hat festgestellt dass es immer ein Zeitkonflikt gibt zwischen Wirtschaft oder der Zeitlogik der Wirtschaft, die immer beschleunigen will und der Zeit-Logik der Pädagogik, die nach Eigenzeiten funktioniert.

00:04:17: Und wir wissen alle dass man lernen eben nicht beliebig beschleundigen kann.

00:04:21: Und darüber ist er auf das Thema gekommen hat dazu viel geforscht und geschrieben und als ich mich dann in das ganze Thema Weiterbildung Beratung Erwachsenen Bildungen entwickelt habe haben wir irgendwann angefangen zusammen zu dem Thema was zu machen eher systematisch und ich eher praktisch?

00:04:37: Und bist du eher so ein pragmatischer Mensch, der dann an so einem Thema hängen bleibt oder übt es durchaus eine gewisse Faszination aus?

00:04:45: Naja beides.

00:04:46: Also ich sehe mich als Praktiker... Und es wirkt eine totale Faszination aus, weil ich das ja alles was ich da so verzapfe und mir ausdenke ja immer auch an mir selber jeden Tag ausprobieren kann.

00:05:02: Ich

00:05:02: kann natürlich grandios dran scheitern an manchen Zeit-Situationen die ich mir so irgendwie anders vorgestellt habe.

00:05:10: Warum ist es aus deiner Sicht so eine schwierige Dimension, also die Zeitdimension?

00:05:15: Wieso flutscht sie immer so weg oder wieso kommt ihr eigentlich so wenig vor?

00:05:20: Oder wie fällt einem da auf Anhieb erstmal wenig zu ein.

00:05:23: Also ich denke jetzt zum Beispiel gerade mal ganz praktisch an unsere Ausbildungen zur Berater berateren Ausbildung und irgendwie wenn wir auf so Zeit-Dimension schauen in diesem Modell von Luhmann, der Sinndimensionen sachlich-sozialzeitlich.

00:05:41: Dann wissen immer alle Bescheid sachlich ja.

00:05:43: klar weiß ich was gemeint ist sozial auch und bei zeitlich so... Woher kommt das?

00:05:54: Meine Hypothese ist es kommt daher dass wir keinen Zeitsinn haben unsere Sinne sind auf Raumwahrnehmung ausgelegt und nicht auf Zeit.

00:06:02: wahrnehme Und die Zeit können wir nur über die Bande wahrnehmen.

00:06:06: Der Eduardo Chilida, der baskische Künstler hat das mal schön gesagt.

00:06:09: Er hat gesagt nicht die Zeit habe ich gesehen?

00:06:12: Ich habe das Laubfallen sehen und wir nehmen also Zeit nur über die Bande war.

00:06:19: Und es ist halt was abstraktes unkonkretes zugleich.

00:06:24: Wir wissen ja auch gar nicht genau was zeit ist.

00:06:26: Also das heißt Es gibt verschiedenste wissenschaftsdisziplin die unterschiedliche Definition von zeit entwickelt haben.

00:06:34: aber es gibt immer Auch vielfältige Dimensionen.

00:06:37: Also wenn man ein Physiker fragt, sagt er einem Zeit ist eine Messgröße oder Rechengrößen.

00:06:42: aber bei einem Pfandphysiker oder jemand der die Relativitätstheorie vertritt ist es schon wieder was anderes nämlich eben nicht einen jüdischen Zeitpfeil sondern eine gekrümpfte Raumzeit.

00:06:52: und wenn man jetzt in Theologen fragt sagt der Zeit ist der Anlauf zur Ewigkeit und Ökonom sagt Zeit ist Geld.

00:06:58: Und im Psychologe sagt vielleicht Zeit ist Eine Wahrnehmung ohne Sinnesorgan.

00:07:04: Und so haben wir ganz viele Definitionen.

00:07:06: Das macht es ein bisschen schillernd und abstrakt, und zugleich ganz konkret!

00:07:10: Weil jeden Tag tue ich etwas und tue etwas nicht nachgewissen Mustern.

00:07:16: Individuellen Mustern oder natürlich soziale Mustern wie wir mit Zeit umgehen.

00:07:21: Zeit ist ja eigentlich tatsächlich kein Phänomen sondern ist eine Erklärung.

00:07:25: ne?

00:07:26: Ja, genau.

00:07:27: Und in der Trias, die ich ja von Fritz gelernt habe beschreiben, erklären Bewerten ist quasi eins meiner Ansinnen neue Erklärungsmodelle, die eher mit der Zeitbrille daherkommt zu liefern.

00:07:40: nicht weil ich denke es das einzig Richtige sondern es ist auch ein Erklärungsmodell was vielleicht zu neuen Erklärungen damit zu neuen Bewertungen und zu anderen Handlungen danach führen kann.

00:07:51: also auch einen Verflüssigungsinstrument.

00:07:54: Ja, genau.

00:07:55: Und wer das schon?

00:07:56: die Antwort auf die Frage worum es überhaupt hilfreich ist sich die zeitliche Brille aufzusetzen gerade auch im organisationalen Kontext vielleicht im Kontext von Gestaltung oder von Führung?

00:08:07: Oder wie würdest du das beantworten?

00:08:08: Ja unbedingt!

00:08:10: Es ist wirklich erstaunlich eigentlich jeden Tag mit diesem Thema konfrontiert.

00:08:14: wir haben da einen großen Schmerz drauf.

00:08:15: Das merkt man so auch an der Sprachebene.

00:08:18: Darauf weiß ich dann auch häufig in die Sprachmuster Wie spreche ich über Zeit auf unsere Zeitwahrnehmung und unserer Realität ab.

00:08:27: Und Sprache kann man auch einfach verändern, können wir gleich nochmal dazu kommen.

00:08:33: Also zum Beispiel erlebe ich viele Führungskräfte die ganz klar wissen wie sie führen wollten, die auch super ausgebildet sind tolle Bücher gelesen oder zum Teil geschrieben haben und Ausbildung genossen haben.

00:08:45: und wenn ich dann frage wann machst du das denn so?

00:08:48: Dann wird es meistens kurz sturm und sagt ja also Das wird schwierig, weil da habe ich gar keine Zeit.

00:08:55: Oder ich mache den berühmten Kalendercheck und sage wann findet das denn statt?

00:09:01: Und dann wird es einerseits konkret und andererseits wird man mit dem Mangel auch konfrontiert also nach dem Motto halt Ödeln von Horwart.

00:09:11: eigentlich würde ich gern ganz anders führen aber ich komme so selten dazu kommen

00:09:15: nicht dazu oder ich wäre auch so gerne jemand anderes aber ich komm nicht dazu.

00:09:20: Deshalb, also Führungskräfte sind für mich auch Zeitraumgestalterinnen.

00:09:24: Es geht darum unwahrscheinliche Zeiträume wahrscheinlicher zu machen.

00:09:30: Das wäre eine Funktion von Führungen.

00:09:32: Was meinst du damit?

00:09:33: Das hört sich toll an aber was ist damit konkret gemeint?

00:09:38: Naja, damit ist der Luhmann hat ja diesen diese kleine Aufsatz oder beziehungsweise Büchlein die Knappheit der Zeit und die Vordringlichkeit des Befristeten geschrieben.

00:09:47: Und in dem Titel ist eigentlich schon alles gesagt.

00:09:50: also und es steigert sich immer mehr das Muster dass das vordringliche Das Befristete das vordringliche ist.

00:09:58: Also immer diese kurzen kleinen Aufgaben.

00:10:01: schnell noch dies eben noch das kurz noch das rausschicken.

00:10:05: Wir haben Tage, die voll davon sind und dann kommen wir zum rasenden Stillstand.

00:10:09: Wir machen lauter Kleinkramen wenn man so will.

00:10:11: Kommen aber gar nicht vom Fleck.

00:10:14: Und in diesem klein-kleinschnell schnell dies noch das noch Muster was Paul Verrillo eben als Rasend stillstand bezeichnet hat.

00:10:21: Da ist es unwahrscheinlich dass man sich hinsetzt und überlegt na ja wo wollen wir denn in drei Jahren sein?

00:10:27: oder lass mal gucken Was macht eigentlich die Konkurrenz?

00:10:29: Oder mit welchen Produkten können wir denn im zwei jahren am markt noch bestehen?

00:10:34: Oder wie bauen wir uns denn hier als Team?

00:10:36: Arbeiten wir so zusammen, dass wir auch wirklich wirksam sind.

00:10:39: Und also all diese Fragen für die dann häufig Beratung eine Lösung ist weil sie das System aus sich heraus nicht selbst verzeitlichen kann sondern das dann externen Einkauf.

00:10:51: viel davon könnte theoretisch auch Führung oder Führungen dafür sorgen, dass es stattfindet Das meine ich mit unwahrscheinlichen Zeiten wahrscheinlich ermachen.

00:11:00: Wenn ich das so höre, dann ist es ja auch die Frage von wofür nehmen wir uns Zeit?

00:11:06: Wofür haben wir Zeit?

00:11:07: oder woför müssen wir Zeit zur Verfügung stellen unsere persönliche Zeit.

00:11:13: Also dieses Beispiel was du da gerade gebracht hast das ist ja durchaus im Arbeitsleben der Alltag also dieses Getriebensein durch alles was jetzt noch erledigt werden muss und ich glaube dass nennt man dann auch operativ arbeiten.

00:11:28: Und das andere, was du beschrieben hast war ja dann eher so diese strategische dieses... So jetzt lehnen wir uns mal zurück oder gucken wir in die Zukunft.

00:11:35: Oder gehen wir auf die Meta-Ebene und dafür sich aber Zeit zu nehmen fällt oft schwer weil das andere so viel stärker ist um eine Eigenmacht und eine Eigenlogik hat, die einen da ständig bespielt.

00:11:47: Wenn wir auch im unternehmerischen Kontext gucken klar, dass Geld verdient werden muss.

00:11:55: Und aber du berätst ja in solchen Fragestellungen, nehm ich an.

00:12:01: Wie kann das denn gelingen?

00:12:03: Also Zeit in Organisationen oder auch im Management ganz anders zu spielen als es eben bisher so einfach passiert muss man sagen.

00:12:18: Also im Grunde sind wir ja bei diesem alten Eisenhower-Thema.

00:12:21: Das sind diese berühmten Bezeiten, die sind wichtig aber nicht dringend und niemand kann sie dringent machen außer man selber.

00:12:29: Und wenn sie drinkend werden ist es eigentlich zu

00:12:31: spät.

00:12:33: Dann steckt der Karren im Dreck!

00:12:35: Jetzt kann man natürlich verschiedene Dinge machen damit sich doch verzeitlichen obwohl Sie eben nicht diese operative Dringlichkeit haben.

00:12:42: und das eine ist man kann ein Rolle zuweisen eine Führungskraft beispielsweise oder ein Scrum Master, eine Scrum-Masterin.

00:12:50: Im Scrum Framework ist es ganz gut hinterlegt da gibt's die Rolle, da gibts aber auch den Prozess oder die Struktur die dahinter liegt.

00:12:57: und dann macht man halt einen Planning und eine Retrospective und einen Daily Stand Up und also gibt es tolle Namen dafür.

00:13:04: Aber das sind eigentlich alles Prozesse und Strukturen die eben solche Zeiten wahrscheinlicher machen weil da brauchst du häufig gar nicht so viel Dafür, dass die anderen dann zielführender sind.

00:13:18: Das ist dieses berühmte schon etwas abgenudelte Beispiel mit der Achstschleife.

00:13:22: Wenn ich die nicht schleife, dann kann ich irgendwie keine Bäume fällen und ab und zu muss ich mal die Achst schleifen, sonst macht das Bäumefällen keinen Sinn mehr.

00:13:29: Die Metapher hängt etwas weil man sollte lieber Bäume pflanzen als sie zu fällen.

00:13:33: aber Ich glaube es wird klar was damit gemeint ist Und das kann ich so etablieren.

00:13:39: und ich kann natürlich auch eine Kultur versuchen zu fördern, die eben dann nicht nur operative Hektik belohnt.

00:13:48: Also der kulturelle Code von Zeitknappheit und Zeitarmut ist ja sehr funktional in den meisten sozialen Systemen und das hat mit Zeites Geld zu tun und quasi mit dem Grunddeal dass sich meine Lebenszeit plus meine Skills gegen Geld verkaufe

00:14:05: Ja, oder dass ich meine Entscheidung nicht verkaufen muss.

00:14:09: Sondern wir haben ja keine Zeit.

00:14:10: also wird es jetzt so entschieden.

00:14:12: Punkt

00:14:14: Das ist nochmal auch ein zusätzlicher Aspekt.

00:14:16: Also Partizipation braucht Zeit Direktive Führung und Ansage spartzeit Und ich kann natürlich durch zeitknappheit Meine direktivere Führungen auch legitimieren.

00:14:29: Also das heißt Ich muss immer dafür sorgen Dass alle in hektik sind und Kann Dann Einfach Durchregieren Würden die bösen Zungen behaupten, aber es ist noch.

00:14:37: Und da bin ich wirklich... Das stammt einfach... Wir übertragen immer noch eine Zeitlogik und auch Bewertungsmuster aus der industriemoderne Aufwissensarbeit.

00:14:48: N durch T, also Stückzahl pro Zeiteinheit, Kilometer pro Zeit.

00:14:54: Wenn die Zeit im Nenner steht, dann ist sie immer ein Aggressionspunkt würde Hartmut Rosa sagen.

00:14:59: Ich muss sie sparen, managen, in den Griff kriegen möglichst wenig davon haben Und für Innovations- und Wissensgenerierungsprozesse gilt aber eher Q mal T, Qualität Malzeit.

00:15:11: Wenn das ein Produkt ist dann ist die Zeit gar nicht mehr so einen Aggressionspunkt.

00:15:16: Dem steht aber entgegen dass Zeitknappheit drei soziale Grundfunktionen regelt Zugehörigkeit nur wenn ich keine Zeit habe bin ich ein gutes Mitglied der Organisation Abgrenzung und Autonomie.

00:15:30: Tut mir leid, keine Zeit.

00:15:32: Das ist eine wunderbar sehr praktische Ausrede.

00:15:35: und die dritte Kraft ist quasi Anerkennung und Wertschätzung.

00:15:39: Die Person, die Freitagabend um dreiundzwanzig Uhr noch auf die Mails antwortete So dem muss aber richtig engaged und hat Power und so.

00:15:45: Und dann wird darüber Wertschätzungen geregelt.

00:15:47: und das sind halt Funktionen, die eher dafür sorgen dass zeitknappheit bleibt weil sie funktional ist.

00:15:54: Naja, genau.

00:15:55: Das steckt ja häufig ganz tief drin in der Unternehmenskultur.

00:15:58: und ich würde auch sagen da hat auch selbst die ganze New Work-Era und die ganzen anderen Bemühungen, Arbeiten anders zu organisieren nicht so richtig gegen geholfen.

00:16:10: also es schleicht sich immer wieder ein.

00:16:12: Und jetzt neuerdings sowieso.

00:16:14: Ich weiß nicht wie du's wahrnimmst kleiner Side Track.

00:16:17: Jetzt reden alle wieder von Performance Management und es ist ja auch total klar, dass an den Fehlern die bestimmte Unternehmen auf einer strategischen Ebene gemacht haben.

00:16:26: Die Leute schuld sind, weil die haben das alles übersehen.

00:16:33: Es wird dann immer wieder dahin geschoben.

00:16:37: und jetzt plötzlich ist es wieder total schick in so eine engere Taktung und in so ne höhere Verfügbarkeit zu gehen.

00:16:45: Und ich höre auch viele, die klagen ja toll.

00:16:47: Wir brauchen mehr Leistung aber die Leute hocken alle in ihrem Homeoffice so.

00:16:51: wie soll das hier gehen?

00:16:54: Bei Wissensarbeiterinnen gibt es ja auch ganz gute Studien.

00:16:57: diese Impuls mehr.

00:16:58: also wir kriegen den Karren nur aus dem Dreck wenn wir jetzt mehr arbeiten.

00:17:02: Herr Ärmel hochkrimpt ist ein ganz altes Narrativ und wir wissen mittlerweile vor allem bei Wissenserbeit dass eine Mehr an Arbeit die Produktivität ab einer gewissen Stundenzahl senkt, also die geht dann wieder runter.

00:17:18: Also das ist keine lineare Kurve und schon gar keine exponentielle Kurve.

00:17:24: Und ich erwarte

00:17:25: noch

00:17:26: mitzudenken es.

00:17:29: Hören ja hier vielleicht auch Menschen, die gerne was anders machen würden in ihrer Organisation.

00:17:34: aus meiner Sicht wäre die wirklich innovativste Form aus diesem mehr desselben Zeitmuster rauszukommen und wirklich Zeit anders zu verteilen.

00:17:45: Und jetzt gerade mit KI ist das im Grunde die große Frage, die unausgesprochen ist... Die große unbekannte Dritte, die am Tisch sitzt, ist die Zeit.

00:17:55: Nämlich nicht.

00:17:55: was kann alles KI?

00:17:57: Und was beschleunigt es alles?

00:17:58: Sondern was werden wir mit dieser frei werdenden Zeit tun?

00:18:02: Das ist eigentlich die spannendste Suchfrage unserer Zeit!

00:18:06: Ich hoffe dass Unternehmungen da auch drauf kommen, auch ein Wettbewerbsvorteil sein kann, diese Zeit anders zu nutzen als einfach nur die Effizienzfalle wenn man es will weiter anzuheizen.

00:18:19: Das kann man ja vielleicht in den produzierenden Gewerbe machen wo dann alles an Roboter ausgesorzt wird oder im Übertragenssinn des Fließband noch schneller läuft.

00:18:30: aber da wo wir sagen unser wichtigster Rohstoff ist Innovation und das sagt er sogar unser Kanzler dann müsste daraus eigentlich schließen, okay welche Zeitkultur fördert denn diese Innovation?

00:18:41: Ja genau.

00:18:43: Aber ja du ahnst es vielleicht schon und ich auch wie die Sache ausgehen wird aber...

00:18:49: Ich lasse mir gerne Naivität vorwerfen, aber ich bleib dabei!

00:18:53: Also das ist mal eine Message und ich glaube dass sie sich nicht

00:18:57: naivität.

00:19:01: Also es gibt da draußen Unternehmungen, die das kapieren.

00:19:04: Weil so schwer ist es ja eigentlich gar nicht kapiert.

00:19:06: Kapierend sind wahrscheinlich auch die anderen und wirklich danach zu handeln und daraus eben selbst in der Wettbewerbslogik ein Vorteil zu gewinnen.

00:19:16: Das wäre mein Ansinnen

00:19:17: Ja du unterscheidest zwischen Zeitspielen und ZeitspielerInnen.

00:19:24: Was genau meinst Du mit dieser Unterscheidung?

00:19:26: Und wie kann das vielleicht auch wiederum Organisationen helfen bewusster mit ihrer eigenen Zeit Wirklichkeit umzugehen?

00:19:36: Auch da, das habe ich beim Fritz auch gelernt.

00:19:40: Ein Grundsatz den ich gerne übernehme und vermittel ist Verwechsel des Spiel nicht mit den Spielerinnen.

00:19:47: Das sind zwei unterschiedliche Phänomenbereiche.

00:19:50: Das erkennen wir daran.

00:19:52: ganz plattes Beispiel wenn ich einzelne Leute interviewe die in einem Team arbeiten und mit jedem einzeln frage ich sage mal Wie müssten eure Meetings sein, dass sie richtig fresh sind?

00:20:04: Und dann sagen die mir all diese moderiert und pünktlich und nicht zu langen roter Farben und dokumentiert.

00:20:11: Jeder einzelne sagt das!

00:20:12: Dann sehe ich die gleichen, die dieses Wissen in sich tragen, in den Meeting sitzen.

00:20:17: Keiner hat sich vorbereitet, die Hälfte ist zu spät niemand übernimmt die Moderation und es dauert doppelt so lange wie gedacht.

00:20:23: So... Wie kann das sein wo die das alle

00:20:25: wissen?!

00:20:26: Warum spielen diese klugen Spieler ein nicht so kluges Spiel?

00:20:31: Und das kann man eben zeitlich gut betrachten.

00:20:35: Man kann sich ja, weil sie im übertragenen Sinne mit der Stoppuhr neben die Leute stellen und wirklich zeitlich messen wann Sie was machen und wie lang.

00:20:42: was dauert.

00:20:43: also dieses Thema Zeit und was die Leute da noch machen kann ich sehr gut messen.

00:20:49: Was halt häufig passiert ist dass Die Ursachen für Zeitprobleme eigentlich eher im Spiel liegen.

00:20:55: Wir spielen hier dumme Zeitspiele, stören uns zum Beispiel ständig und erbrechen uns ständig haben völlig überzogene Zeit-Erwartungen was zb Reaktionszeiten auf Nachrichten angeht oder überhaupt nutzen wir E-Mail was ein asynchronous Kommunikationsmedium ist als Synchrones Kommunikation ist auch ganz häufig anzugtreffender Fehler so und dann verstolpern sich die Leute und dann sagt man ja da musst du mal ins Zeitmenschwänseminar oder du hast das falsche Mindset.

00:21:25: Das ist aber dann die andere Ebene, da bin ich nicht mehr auf der Ursache-Ebene sondern schick halt Leute irgendwo hin und das ist die Ebene der Spieler und Spielerinnen mit ihren Zeitbedürfnissen überhaupt mit ihrem Bild?

00:21:37: was ist denn Zeit eigentlich für mich?

00:21:39: Ist Zeit für mich was auf der Uhr steht oder was ich habe wenn ich die Uhr wegschmeiße?

00:21:44: Ist es ständig fünf vor zwölf oder zwölfe vor fünf?

00:21:47: beides kommt gleich oft vor.

00:21:48: wo schaue ich da eigentlich hin?

00:21:49: wie rede ich über Zeit?

00:21:51: Was sind meine Erwartungen?

00:21:52: Will ich eigentlich zwei Leben in einem

00:21:54: leben?".

00:21:55: Das ist dann die Individuumsebene der Spielerinnen und Spieler.

00:21:58: Und da kann man natürlich auch intervenieren und Sachen machen, aber man muss es gut auseinanderhalten.

00:22:05: So baue ich meine Seminare auf mit einer relativ einfachen Reflexionsübung und einem Modell wo man untersucht, wo hakt's eigentlich?

00:22:14: Ja, das sind noch typische Zeitspiele.

00:22:16: der Begriff ist jetzt ja wirklich sehr schön finde ich gehört dazu auch sowas wie.

00:22:24: Der wöchentliche Report.

00:22:27: also ich komme jetzt gerade drauf weil ich hatte noch mit einer Freundin telefoniert gestern und die war dann am Jammern weil sie mal wieder so ein Managementbericht einreichen muss Und das muss sie halt dann immer fristgerecht einreichen.

00:22:38: Sie kommt immer total unter Zeitdruck, weil sie auf die Lieferung wieder von Informationen von Kollegen und Kolleginnen warten muss.

00:22:45: Da kriegt sie natürlich teilweise die Informationen nur halb, dann rennt sie da wieder hinterher... ...und alles nur um dann pünktlich diesen Bericht abzuliefern!

00:22:56: Ist das auch ein typisches Zeitspiel?

00:23:00: ist jetzt der Spezialfall von einem Klassiker, nämlich dass es halt Fristen und Termine und Deadlines gibt um die herum dann teilweise auch großes Bohai gemacht wird.

00:23:13: Je nachdem was also diese Deadline, die näher rückt und als Entschuldigung für alles andere dient.

00:23:18: das kann sehr funktional sein aber auch sehr dysfunktional.

00:23:21: Das müsste man wirklich im Spezialfall gucken.

00:23:23: da kann ich jetzt keine... Allgemeingültige Aussage, aber der Tanz um Deadlines beispielsweise.

00:23:31: Das hat manchmal Spielcharakter genauso wie das Ringen um Prioritäten was ja jede Organisation tut.

00:23:39: also eine Organisation ist ja wenn man so will um Prioritäten Konflikte herum aufgebaut und dass es natürlich immer Was mache ich wann?

00:23:48: Das ist die Frage nach den Prioritäten.

00:23:50: Und dieses Austragen, dieses Spannungsfeldes entscheidet ja darüber ob eine Organisation erfolgreich ist und überlebensfähig oder nicht.

00:24:00: Und dann gibt es aber noch andere Zeitspiele wie... Da schreibt Hans Rusinek immer auch schön drüber so performative Arbeit- und Fakework Also Arbeit die gar nicht wertschöpfend ist sondern eher nach außen suggerieren soll ich bin beschäftigt Ich habe Visibility usw.

00:24:20: bis hin zu, wie war dieses Beispiel bei irgendeiner großen Bank?

00:24:23: Ich weiß nicht ob es Wells Fargo war oder so.

00:24:25: In Zeiten von Homeoffice in der Pandemie sind die dann zur übergegangenen Controlling-System einzuführen wo die Bewegung des Mauszeigers dafür genutzt wurde ob die Leute am Rechner sitzen oder halt zu Hause gerade Kaffee trinken und was kam da natürlich sofort auf?

00:24:40: ein programmiertes Tool das die ganze Zeit den Mauszieger bewegt.

00:24:45: also so viel schönes neues Postmodernes Beispiel für die Sinnhaftigkeit von Kennzahlen und Kontrollsystem.

00:24:53: Ja, genau.

00:24:55: Da hatte ich auch letztens eine schöne Geschichte von der Seminarteilnehmerin, die hatte meinen Callcenter geleitet.

00:25:00: Die hatten dann natürlich alles Mögliche gemessen und wie schnell die Leute da wieder aus der Hotline raus sind weil sie gut beraten sind.

00:25:08: Dann gab es einen Kollegen, der hat immer den Hörer aufgenommen, geschwiegen... ...dreißig bis fünf vierzig Sekunden geschwiegen.

00:25:16: Gehofft, dass der Anrufer die Anruferin nicht auflegt und dann hatte er einen Super-Score!

00:25:23: Weil er immer die schnellsten Beratungen gemacht

00:25:25: hat.

00:25:28: Genau.

00:25:28: Da gibt es ja viele Beispiele wo im Moment...

00:25:33: Oh Mann, oh Mann.

00:25:34: Na gut, haben wir noch weitere typische Zeitspiele oder haben wir sie jetzt schon alle?

00:25:42: Ja, Meetings sind immer so eine Bühne für Zeitspiele.

00:25:45: Also in Meetings kann man ja also die Kommunikationskultur immer recht gut beobachten.

00:25:50: und überhaupt von wer schreibt die Protokolle bis hin zu wer redet eigentlich und wer redete nicht bis hinzu?

00:25:58: wie trifft man denn jetzt eigentlich Entscheidungen in diesem Meeting?

00:26:02: Das ist so eins!

00:26:03: Und ein Zeitspiel.

00:26:06: Also noch ein Klassiker ist halt das Thema Störungen und Unterbrechungen.

00:26:10: Haben wir hier so eine Policy, jeder kann jeden und jede ständig erreichen?

00:26:15: Das führt dann zu sehr fragmentierte Arbeit.

00:26:18: da hat Vera Starker tolle Forschung dazu gemacht auch was das kostet dass wir eben nur noch so schwer fokussiert arbeiten können.

00:26:25: und dahinter steht halt eine Erreichbarkeits-Erwartung.

00:26:28: Und ich finde immer das Beispiel ganz schön.

00:26:31: wie werden mit Mails umgegangen?

00:26:35: Ich mache ja auch einiges mit Harald Lesch zusammen und der ist ja nun Physiker.

00:26:39: Und er bringt mir immer den zweiten Hauptsatz, der Thermodynamik nahe das Systeme.

00:26:44: Und ich habe eben das Gefühl auch häufig soziale Systeme dazu tendieren immer in den energetisch niedrigen Zustand zu sich zu entwickeln und die Entropie steigt dann.

00:26:54: Der energetische niedrigste Zustand ist quasi jeder beschäftigt jeden mit Kleinkramen E-Mails früher, das ist ja ein Brief.

00:27:04: Früher gab es einen Briefkasten da hat der Postbote oder die Postbothe in Briefe reingeschmissen und man ist da zweimal am Tag hin und hat den gelehrt und dann seine Post gemacht.

00:27:12: Und heute steht quasi der Postboote direkt neben meiner Tastatur und bewirft mich die ganze Zeit mit Briefen Die mir quasi auf die Tastatur fallen oder an die Backe klatschen.

00:27:23: und Das war das Medium nie gedacht.

00:27:28: So wird es aber verwendet.

00:27:29: Das ist auch mit dieser Synchronicität, also dass du sagst das ist ja eigentlich ein synchrones Medium und wir benutzen es aber wie so ein Synchronis.

00:27:37: meinst du das damit?

00:27:38: Ja in den meisten Fällen man kann jetzt auch mal von der Sachebene her prüfen um die Ziele zu erreichen.

00:27:47: Wie erreichbar muss man eigentlich sein wenn man jetzt in der Notaufnahme bei der Feuerwehr sitzt?

00:27:52: um die ziele zu erreichen muss man natürlich sehr erreich bar sein und in einem First Level Support, wo man ein Ticketsystem hat.

00:27:58: Wahrscheinlich auch aber in ganz vielen anderen Bereichen.

00:28:01: Ich arbeite ja auch viel für so große Forschungseinrichtungen hier in Deutschland.

00:28:05: da sollen die Leute Wissen schaffen das ein Wissenschaftsinstitut zu erreichen dieser Ziele ist diese Art der Erreichbarkeit völlig dysfunktional?

00:28:14: Ja

00:28:14: Und auch gar nicht nötig.

00:28:16: Die hat sich quasi selbst organisiert als Code wenn man sie will Als Zeitspiel gebildet.

00:28:23: Deshalb ist sie kontigent, also man kann sie auch wieder umbieten.

00:28:26: Und dann muss man aber wie beim zweiten Hauptsatz der Thermodynamik da ein bisschen Energie da reinstecken.

00:28:34: und die Kalender übrigens.

00:28:35: das wäre noch so'n Klassiker schaut euch eure Kalender an.

00:28:40: Wie doppelt unüber- und dreifach gebucht sind da Termine?

00:28:44: Und wie voll muss der Kalender sein.

00:28:46: damit ich mich nicht blamiere Ich kenne eine Firma, die dieses Spiel radikal unterbrochen hat indem sie einmal im Jahr quasi Inventur im Kalender macht.

00:28:59: Genau wie der Kleiderschrank.

00:29:02: Tendiert der Kalender eben auch dazu sich zu füllen und es gibt dieses Marie Kondo Magic Cleaning Konzept dass man den Kleiderschlangen ab und zu wieder befreit.

00:29:11: und genau das Gleiche mit dem Kalender Macht und ein Startup.

00:29:15: Die sind natürlich ein bisschen experimentell und flotter unterwegs.

00:29:18: Einmal im Jahr gibt es einen Reset, die Kalender werden wirklich komplett leer gemacht und müssen neu gefüllt werden.

00:29:23: Kostet ein bisschen Zeit im Moment.

00:29:25: Hinten raus ist es aber unglaublich effektiv weil das Ganze nicht einfach irgendwie sich füllt mit Aufgaben

00:29:32: unter ihnen.

00:29:33: Ja, finde ich super.

00:29:35: Also einmal Musterunterbrechung universal und dann zu gucken welche Kommunikation brauchen wir aber wirklich?

00:29:43: Und welche Wege sucht sie sich denn wieder?

00:29:46: Wie man vielleicht diese Muster auch auf dem Prüfstand heben kann sind ja nicht alle Muster dysfunktional.

00:29:52: Es geht eher darum mal sich Zeit zu nehmen die zu prüfen.

00:29:55: Ich habe da mal so ein Modell entwickelt Real-Time Lab heißt es also das heißt den Schutz eines Laboratoriums, also eines Zeitraums.

00:30:03: Meistens ist es so eine oder zwei Quartale wirklich zu nutzen um mal andere Formen des Arbeitens.

00:30:10: häufig ist das eben fokussierte Reformen des Arbeiten.

00:30:15: im Grunde führt der Schutz des Labs dazu konsequentere Zeitentscheidungen zu treffen die man sich sonst nicht zutreffend traut und danach kann man entscheiden was man davon auf Dauer stellen will Weil genau das passiert ist, als diese Firmen bei der vier Tage Woche mitgemacht haben für ein halbes Jahr und die Produktivität von fünf Tagen jetzt in vier Tagen machen sollten.

00:30:37: Und da hat man geguckt wie haben sie das denn hingekriegt?

00:30:40: Und im Grunde haben Sie einfach nur mit anderen Werf das umgesetzt, von dem Sie eh schon wussten dass es gut ist nämlich Meetingslots begrenzen, Fokuszeiten einführen Anzahl der Personen in Meetings begrenzten, Anzahl Der Teilnahme an Projekte begrenzt usw.. Und solche Prozesse sind dann so kleine Zeit-Transformationsprozesse, die sind gar nicht so aufwendig zu begleiten.

00:31:04: Das braucht eher eine Rahmenhaltung, eine Zeitraumgestaltung und dann kann da ganz viel neuartiger Art der Zusammenarbeit stattfinden und die Leute machen neue Erfahrungen.

00:31:15: Absolut!

00:31:16: Also wenn ich uns so zuhör denke es ist eh einfach mal ein total tolles Beobachtungsexperiment ne?

00:31:21: Erstmal so zu starten, zu gucken.

00:31:23: Okay erstens Wie gehe ich eigentlich mit meiner Zeit um?

00:31:26: Zweitens wie gehen wir bei uns im Unternehmen Mit die Zeit um?

00:31:30: also sind alle total hektisch reden schnell Haben immer ganz wenig oder reden alle ganz langsam und ganz viel zeit.

00:31:39: Also einfach damals so hinzugucken finde ich schon mal hoch spannend.

00:31:42: Ja

00:31:43: ja und auch gerne mit einem Schmunzeln, wir müssen ja die Zeit nicht immer so Bier ernst nehmen.

00:31:48: Sie ist ja im Grunde unsere treueste Freundin von der Geburt bis zum Tod immer an unserer Seite und deshalb kann man sie auch ab und zu ein bisschen humorvoll... Wir haben uns ein sehr aggressives Verhältnis entwickelt, hat Montrosa würde sagen, wir haben eben die Zeit verfügbar gemacht indem wir sie sichtbar berechenbar beherrschbar und bewirtschaftbar gemacht haben und das wird dann eher Da kriegen wir so aggressive Verhältnisse dazu.

00:32:13: Das gelingende Leben ist aber eher in Resonanzmomenten, also das ist alles gut anschlussfähig an seine Resonanztheorie und... Also das heißt eigentlich der unterschiedlichen Rhythmus-und Takt.

00:32:26: Rhythmuss ist das Zeitmuster des Lebendigen immer Wiederholung mit Abweichungen.

00:32:31: Unser Herz schlägt die ganze Zeit aber immer mit Abwehchungen je nachdem was wir machen und es wird jedes Jahr frückensommerherz zum Winter aber jedes Jahr anders.

00:32:39: Und der Takt Das Muster der Uhr, also Wiederholung ohne Abweichungen.

00:32:44: Und wir können zum Beispiel... Also ich lade gerne ein eben auf der Sprachebene zu gucken wie spreche ich eigentlich über Zeit?

00:32:52: Weil das formt meine Realität und Sprache kann ich relativ einfach verändern, Sprachmuster.

00:32:58: Wenn mein Sprechen über Zeit halt sehr viel von nie genug hinterherlaufen sparen in den Griff kriegen die Zeit manchmal sogar totschlagen müssen dann formt dass meine Zeit Realität.

00:33:09: da aber die Zeit genauso vergeht, wie sie jeden Tag neu entsteht für uns könnte man vielleicht etwas liebevoller über Zeit sprechen.

00:33:19: Und wenn man im Urlaub ist also schönes Beispiel ist immer der Unterschied zwischen London und Bern.

00:33:27: ja Wie schnell bewegen sich die Leute?

00:33:29: Wenn man in der London City isst und spürt da mal so hin wie da so der zeitgeist weht und dann ist man in Bern Aus meiner Erfahrung eine der langsamsten Städte, die ich kenne.

00:33:39: Was ich sehr, sehr schätze und die Berner sind ja sogar in der Schweiz angeblich dafür berühmt für ihre Langsamkeit Und ich finde das merkt man auch wenn man in der Stadt ist dass sich da einfach mal drauf einzulassen auf diese andere das andere Tempo empfinden also im Urlaub beispielsweise.

00:33:58: Was macht denn für dich einen gelingenden umgang mit der zeit aus?

00:34:06: Also Das eine, was ich gerade schon gesagt habe ein etwas differenzierteres Verhältnis zur Zeit.

00:34:12: Ein eher freundschaftliches lebensbejahendes Verhältnis zurzeit.

00:34:19: Ein Verhältnes, das jetzt nicht... Marianne Gronemeyer hat da ein schönes Buch zugeschrieben mit dem wundervollen Titel «Das Leben als letzte Gelegenheit».

00:34:28: Also wenn das quasi mein Zeitzugang ist, dass Leben immer die letzte Gelegenheit sondern eher eine gute Gelegenheit fürs Leben und das bedeutet auch die Integration der Nichtzeitlichkeit, also des Endes.

00:34:45: Der Friedhof ist nicht der schlechteste Ort um mal über Zeit nachzudenken weil dort finden wir die Leute die keine Zeit mehr haben.

00:34:52: Ja, die haben keine Zeit meer genau!

00:34:54: Und wir haben ja zwei Leben, weil das zweite beginnt sobald wir realisieren dass wir nur eins haben.

00:35:01: Das wäre so ein Teil, eher ein bisschen der lebensphilosophische Teil eines Umgangs mit Zeit.

00:35:07: Und eher praktisch heißt das den Grad an selbstbestimmten Zeitentscheidungen in einem guten Maß halten.

00:35:16: Wir können nicht alles selbst bestimmen aber Autonomie im Umgang mit Zeit ist ein wichtiger Wert und wir haben natürlich auch in unserer Gesellschaft einen sehr hohes Maß an Zeitungerechtigkeit.

00:35:27: Da hat Theresa Bücker ein schönes Buch darüber geschrieben.

00:35:29: alle Zeit heisst es was ein feministisches Zeitbuch ist, eine wichtige Perspektive.

00:35:34: Wir haben ganz viel Ungerechtigkeit sowohl in der Geldverteilung als auch in der Verteilung von zeitlichen Zugängen und Möglichkeiten – auch wenn wir jeden Tag alle vierundzwanzig Stunden kriegen?

00:35:45: Also das wäre ein gerechtes, ein teilhabender Umgang mit Zeit….

00:35:51: Ja, sag doch mal ein Beispiel!

00:35:52: Wieso gibt es da einen Unterschied im Geschlechtsvergleich?

00:35:58: Naja, also weil zum Beispiel nach wie vor Kehrarbeit hauptsächlich von Frauen gemacht wird diese Kehrarbeit meistens nicht sehr hoch bewertet wird und meistens auch gar nicht bezahlt ist oder schlecht bezahlt.

00:36:16: Ja, und zusätzlich zum Job gemacht wird.

00:36:19: Genau!

00:36:19: Und wenn man jetzt mal so diesen Klassiker von einer alleinerziehenden Mutter von zwei Kindern die noch berufstätig ist in zweitpräkären Arbeitsverhältnissen ja da wirkt das was ich hier so von mir gebe total zynisch weil wir einfach gesellschaftlich dieser Person viel mehr Zugänge zur Zeit ermöglichen müssten und zu Geld auch beides.

00:36:38: und die wahren Helden die Warenzeit hält Dinnen vor allem sind an den Rändern der Lebenszeit zu finden.

00:36:47: Diejenigen, die die Menschen auf die Welt bringen und in den ersten Jahren zumündigen Bürgerin der Gesellschaft machen und die sie am Ende wieder hinaus begleiten.

00:36:56: also mit PalliativpflegerInnen und Palliativeärzten über Zeit zu sprechen ist sehr bereichernd und ich finde jeder Manager, jede Managerin sollte sich das mal anhören um mal so eine Station besuchen.

00:37:08: Was würden Sie sagen?

00:37:10: Die Managerinnen, die da sitzen?

00:37:11: Nee.

00:37:12: Die Palliativbegleiter...

00:37:13: Ach so!

00:37:15: Also sie haben ein ganz anderes Verhältnis zur Zeit und zum Ende und vor allem zu dem Thema ein würdevolles Ende zu finden und das zu gestalten.

00:37:26: und da gilt eben ganz stark Q mal T also die noch verbleibende Lebenszeit im Produkt mit der Lebensqualität, die am Ende noch möglich ist meistens natürlich mit Einschränkungen Und die noch gut zu gestalten.

00:37:42: und da geht es gar nicht so groß um jetzt irgendwie ein großes Feuerwerk abzufackeln, sondern eher um diese Dinge, die man auch mit Geld nicht kaufen kann.

00:37:50: Wie irgendwie Würde- und vertrauensvolles Verhältnis.

00:37:56: und über Dinge zu sprechen, die wirklich wesentlich sind von Herzen zu sprechen... ...und das Ende gut zugestalten.

00:38:04: Das ist also vor den Menschen verneige ich mich sehr ehrfürchtig und da werde ich... Da werde ich humble.

00:38:12: Was ist das?

00:38:13: Ist es ehrfürchtig auf

00:38:16: die

00:38:16: Nütik, also ob dem Ende und ab und zu sich das ins Leben zu holen auch wenn man noch gar nicht am Ende steht?

00:38:25: Das kann sehr erhellend sein.

00:38:29: Du hast ja in der letzten Ausgabe der ZOE, ne vorletzte Ausgab war das glaube ich.

00:38:36: Hast du ja mit Hans Rosinek über Zeitvielfalt in Organisationen geschrieben?

00:38:41: Auch über die verschiedenen Zeitlogiken, die in Organisation existieren und ich würde da gerne noch einmal so hinschauen.

00:38:49: Und da vor allen Dingen nochmal deine... die Brücke bauen zu deiner Zeitraumgestaltung.

00:38:58: Also, weil ich mir vorstellen könnte das ist ja auch eine schöne Rolle für Führungskräfte.

00:39:05: Zu sagen eigentlich geht es darum Zeitraum zu gestalten und wie kann Gelingen vielleicht auch vor dem Hintergrund dieser unterschiedlichen Zeitlogiken, die in Organisationen existieren.

00:39:17: Ein bisschen komplexe Frage jetzt aber ich denke so... Ich habe es eben auf die Uhr geguckt.

00:39:22: Thema Zeit dachte wie kriegen wir das noch hin?

00:39:29: Naja, eine meiner Deformationen professionell, das kriege ich auch immer von meinen Töchtern gespiegelt ist.

00:39:34: Dass ich natürlich viel zu viel rede und viel zu lang rede und ständig Vorträge halte am Amtsessens-Tisch, auch wenn nicht gar nicht gefragt wurde... Ich versuche es mal kurz zu machen!

00:39:44: Also der Rhythmus, von dem ihr ja schon gesprochen habt.

00:39:49: die Natur ist eine Symphonie von unterschiedlichen Zeitformen.

00:39:54: Dazu gehören vor allem Übergänge, Anfänger und Abschlüsse.

00:39:59: Dazu gehören Reife- und Wartezeiten, dazu gehört manchmal Geschwindigkeit aber nicht nur auch mal Langsamkeit.

00:40:07: Wenn man Mozart hört der hatte quasi ganz viele verschiedene Tempi in seinen Partituren die... Und auch ganz viele Pausen.

00:40:16: Musik ohne Pausens ist Lärm beispielsweise.

00:40:19: also wenn man so will eine Symphonie ist einfach ein Strauß an unterschiedlichen Zeitformen.

00:40:27: Und das Leben auch, schnell ist nicht immer gut langsam nicht immer schlecht.

00:40:30: es gibt viel dazwischen und das heißt zum Beispiel wir brauchen Unternehmen Übergänge zwischen ganz pragmatisch wer in diesem Tag hat mit lauter Back to back Meetings nach dem dritten Meeting ist diese Person eigentlich zeitlich aufgelöst sie ist nirgends wo mehr richtig.

00:40:49: Wie weiß ich auch gar nicht mehr, worum geht es jetzt eigentlich?

00:40:51: Ich kann gar keine gute Entscheidungen treffen.

00:40:54: Und gar keinen Beitrag mehr leisten hockt aber in diesem Meeting fängt dann an Mails zu machen Aber das macht sie dann auch nur halbherzig.

00:41:00: und am Ende des Tages fragt man sich zurecht Jetzt habe ich hier acht Stunden gearbeitet.

00:41:03: was hab ich eigentlich gemacht?

00:41:04: die ganze Zeit Weil das völlig übergangslos war.

00:41:08: und da ist nochmal eine Maßnahme die ja auch häufig sich jetzt schon so am durchsetzen ist dass man halt Meetings nicht immer zu halben oder zur vollen Stunde macht, sondern immer Übergangszeiten.

00:41:19: Also zeitliche Entehnungsfugen am Out.

00:41:22: So könnte man das... Das wäre quasi ein Ingenieursprech!

00:41:26: Und dann ist aber auch warten kann... Hab ich gerade einen LinkedIn-Post zugeschrieben.

00:41:32: wie produktiv auch warten sein kann?

00:41:34: Es gibt genug Beispiele wann Produkte viel zu früh am Markt waren weil Timing es häufig etwas.

00:41:40: Da ist es gar nicht förderlich schnell zu sein, sondern eher gut abwarten und beobachten zu können.

00:41:45: für Tining.

00:41:46: Den richtigen Zeitpunktentwickel wahrnehmen das ist quasi die Griechen hatten ja die zwei Zeitgötter und der Kairos ist der Gott des rechten Augenblicks.

00:41:55: Und wenn er vorbei ist, dann ist er vorbei.

00:41:57: also den muss sie erkennen.

00:41:58: und da muss ich vielleicht eher sitzen und beabachten ähnlich wie dass zum Beispiel einen Warren Buffett gemacht hat.

00:42:06: Seine Zeitform seines Geschäftsmodells ist sit and think.

00:42:11: Ich sitze und denke nach und beobachte, weil wenn ich das nicht machen würde sondern mich ständig in Mails verheddern dann könnte ich nicht die Entscheidung treffen die mich zum erfolgreichsten Investor aller Zeiten gemacht haben.

00:42:22: also das hat schon auch eine Auswirkung auf dieser Ebene.

00:42:26: Und dafür zu sensibilisieren und die Führungskräfte zu sensibilisieren so kleine Übergänge schaffen kleine Rituale fürs Team zu schaffen.

00:42:35: Auch mal Ganz häufig haben wir so diesen Impuls.

00:42:39: Ich will es einfach vom Schreibtisch haben, deshalb schiebe ich's weiter.

00:42:43: und wenn das jeder macht entsteht eben so ein Gefühl von Hetze und Hektik sondern Innenhalten auch mal auf die Bremse treten sich raus zu ziehen aus dem operativen Nachzudenken wieder zurückzukommen also solche Dinge Das wäre gelebte Zeitvielfalt in der Organisation.

00:43:02: Mir kommt jetzt so das Thema Achtsamkeit dabei in den Sinn.

00:43:05: Also wär das was?

00:43:06: Also kennst du dich damit aus?

00:43:07: Und wäre das was, wo du sagst ja.

00:43:09: Das würde durchaus helfen auch mal zwischendrin mal den eigenen Pult zu fühlen oder überhaupt Kontakt zu sich selbst aufzunehmen?

00:43:18: Ja achtsamkeit ist ja... Hat der Klaus Eidenschinken einen schönen Podcast zugegeben.

00:43:25: Achtsamheit wofür ist er die?

00:43:28: Auch das ist nicht per se gut oder schlecht sondern wuzuachtsamkeit und Ich arbeite gerne mit einem Modell, ich versuche es mal zu erklären.

00:43:39: Wenn ich es visualisieren könnte wäre es einfacher.

00:43:41: Es ist im Grunde aber angelehnt an den Luhmann.

00:43:44: also wir haben ein Dreieck und die oberste Spitze das ist die Ebene der Aufgaben mit Terminen, Deadlines und Fristen.

00:43:50: da macht man Organis... Also da koordiniert Manage-Mann Aufgaben.

00:43:54: Das ist soweit eigentlich relativ klar.

00:43:56: Die zweite Ebene ist die Ebenen des Spiels, ja?

00:43:59: Die soziale Beziehungsebene Da geht's um Kooperation Und die dritte eben, das sind die Subjekte.

00:44:04: Das sind die Spieler und Spielerinnen da geht es um Regulationen.

00:44:09: Und alle drei Ebenen müssen über die Zeit synchronisiert werden.

00:44:13: Das ist quasi so ein Modell mit dem ich jetzt in Seminaren und Workshops arbeite.

00:44:18: Bei der Subjektebene bei Regulation gehört natürlich eine gewisse Grad an Selbstwahrnehmung.

00:44:24: Selbstführung ist quasi selbst Wahrnehmungen, selbst Regulation und selbst Management.

00:44:32: Da kommt Achtsamkeit rein!

00:44:34: Also den Blick nicht, die Wahrnehmungen nicht nach außen streuen sondern quasi das Fernrohr zurückbiegen auf sich selbst und sagen warte mal Jonas du sitzt ja gerade mit total angespannten Schultern da.

00:44:47: Da hilft häufig eine Fokussierung auf dem Körper.

00:44:50: was ist grade jetzt also eine Besinnung auf die Jetzt-Erfahrer?

00:44:56: Und dann Hilf ist das schon zum Teil regulierend.

00:44:59: Ich entspann mal meine Schultern, ich richte mich auf, ich hol mir mal was zu trinken und schnauf zweimal durch.

00:45:05: Hilft häufig schon zur Selbstregulation.

00:45:08: aber das ist im Grunde die Frage wie geht es mir gerade jetzt?

00:45:10: Was empfinde ich gerade?

00:45:12: Und es ist eine Besinnung auf die Zeit weil das Geheimnis was wir zwar alle kennen Aber häufig nicht leben ist dass ihr das Leben immer nur Jetzt stattfindet.

00:45:23: Im Grunde haben wir ja gar nichts anderes als das jetzt Und wir opfern häufig den jetzigen Zeitpunkt zugunsten eines zukünftigen, der dann aber nicht eintritt weil er wieder geopfert wird.

00:45:34: Dann lebe ich wenn ich so will an meinem Leben vorbei und sich ab und zu besinnen und über die akute Sinneswahrnehmung in das jetzt zurückzuholen und zwar nicht nur im Yoga-Kurs sondern auch auf dem Meditationskissen oder beim Fußball spielen ... beim Sport oder Musikieren.

00:45:51: Das sind häufig so die Dinge, wo man das macht aber vielleicht auch bei einem guten Gespräch mit einem Kollegen... ...oder in einer kleinen Pause, die man macht oder wenn man beim Schreiben oder Programmieren ist auf das Besinnen was jetzt los ist.

00:46:05: Dafür braucht man Achtsamkeit!

00:46:08: Sehr schön und ich habe jetzt tatsächlich die Erkenntnis dass das ein Riesenthema ist, das Thema Zeit.

00:46:14: Und es interessiert mich sehr und ich hab ebenso gedacht eigentlich würde ich dich gerne noch mal einladen Und für heute würde ich dir jetzt gerne danken, für das schöne Gespräch.

00:46:28: Ich danke dir auch und ich freue mich wenn du mich wieder einlädst und dann können wir ja zum Beispiel auch über subtraktives Management sprechen.

00:46:36: Ohja, gerne Cliffhanger!

00:46:39: Tschüss Jonas.

00:46:40: Ciao

00:46:42: Ja, das war Organisationen entwickeln.

00:46:44: Der Become Better Podcast für wirksame Führung und Zusammenarbeit.

00:46:49: Danke, dass du deine Zeit mit uns verbracht hast!

00:46:52: Gefällt dir unser Podcast?

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00:47:05: Denn das hilft uns enorm dabei weitere Menschen zu erreichen, denen es auch ein Anliegen ist eine Welt zu schaffen, in der wir alle gerne leben und arbeiten

00:47:14: möchten.

00:47:15: Bis zum nächsten Mal – Tschüss.

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