275. Komplexität und Selbstorganisation Short Dive 2 (Christina Grubendorfer)

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Transkript anzeigen

00:00:06: Ja hallo, das ist Organisationenentwickel in dein Become Better Podcast.

00:00:15: Wir bei Become Better wollen Führung und Arbeit wirksam gestalten – und eine Welt, in der wir alle gerne leben und arbeiten möchten!

00:00:23: Ich bin wie immer Christina Grubendorfer Unternehmerin, Autorin, Organisationsberaterin und Ausbilderin für systemische Beratungen und heute melde ich mich wieder mit einem Shortdive.

00:00:35: Vielleicht hast du ja schon die erste Folge dieser kleinen Reihe gehört.

00:00:39: In diesen Short Dives nehme ich dich mit auf kurze theoretische Tauchgänge.

00:00:44: Es sind Gedanken, die mich in meiner Arbeit als Organisationsberaterin immer wieder beschäftigen und die Lust machen sollen Organisationen neu zu betrachten.

00:00:55: In diesem Shortdive Nr.

00:00:56: II lese ich dir ein Kapitel aus meinem Buch The Real Book of Work, warum wir Organisationen neu denken müssen vor das ich gemeinsam mit Christina Ackermann veröffentlicht habe.

00:01:07: Das Buch lett dazu einen Arbeit und Organisation so zu verstehen wie sie wirklich sind nämlich komplex, eventig und voller Überraschungen Und es zeigt, warum klassische Steuerungslogiken heute oft an ihre Grenzen kommen.

00:01:21: Übrigens, The Real Book of Work gibt es auch als Hörbuch überall dort wo es Hörbücher gibt.

00:01:27: Das Kapitel das ich dir heute vorlese trägt den Titel Komplexität und Selbstorganisation verändern alles also lehnt dich zurück lass dich inspirieren und vielleicht entsteht beim höheren Jahr der eine oder andere Gedanke darüber die Organisationen wirklich funktionieren.

00:01:45: Short Dive Nummer zwei Komplexität und Selbstorganisation verändern alles.

00:01:52: Es gibt wohl keine wesentlichere Erkenntnis über Organisationen, als zu begreifen dass sie komplex sind – denn damit verändert sich alles!

00:02:01: Das Anerkennen von Komplexkeit macht Schluss mit Kontrollideen durch Planungsfantasien Maschinen analogieren Und betriebswirtschaftlichem Kennzahlen denken.

00:02:14: Aber was genau bedeutet eigentlich Komplexitet?

00:02:19: Selektionszwang.

00:02:21: Als Komplex wird ein System dann bezeichnet, wenn es prinzipiell undurchschaubar ist – also wenn es undurchschaubar ist in welchem Zustand es sich befindet – und wenn sich nicht mehr berechnen und damit vorhersagen lässt wie es sich verhalten wird.

00:02:37: Das liegt daran dass die Zahl der Elemente so groß ist das nicht mehr jedes Element mit jedem anderen in Beziehung gebracht werden kann sondern Selektionen vorgenommen werden müssen.

00:02:49: Komplexität heißt mit anderen Worten Selektionszwang.

00:02:53: Und Selektionzwang bringt immer Kontingenz mit sich.

00:02:57: Kontingents bedeutet, es könnte so oder auch ganz anders selektiert werden und weil das so ist entsteht das Risiko dass es zu suboptimalen oder sagen wir dysfunktional in Formungen kommen kann.

00:03:11: im Klartext gesprochen zu Fehlentscheidungen.

00:03:17: Wer es mit Organisationen als komplexen System zu tun hat, sollte anerkennen dass sie sich selektiv organisieren und deshalb hinterfragt werden sollte wie diese Selektion aktuell aussieht.

00:03:29: Und was stattdessen auch noch möglich bzw sinnvoll wäre.

00:03:34: Diese Sinterfragen und die Strategie sich immer wieder für andere Möglichkeiten zu öffnen bewahren die Organisation davor sich festzufahren und damit dann auch früher oder später zu scheitern.

00:03:48: Das Festhalten an einmal gewählten Selektionen kann sehr funktional sein, wenn schnell gehandelt werden muss.

00:03:55: In krisengeschüttelten Zeiten wird es einer Organisation schwerfallen mehr Variation, mehr Vielfalt zuzulassen, denn die eingespielten Verfahrensweisen funktionieren zugut!

00:04:08: Wer schnell am Ziel sein möchte, fährt eben rasch über die Autobahn statt sich über Landstraßen und Feldwege auf Entdeckungsreise zu machen.

00:04:17: Dafür eignen sich Phasen im Unternehmenszyklus, die mehr Zeit dafür suggerieren.

00:04:21: – jede Führungskraft geht mit der Nichtsteuerbarkeit ihrer Organisation um ob bewusst oder unbewusst wobei offen bleiben darf was davon im Einzelfall besser ist.

00:04:35: Dass jede Organisation einzigartig ist, man könnte auch sagen die Artenvielfalt von Organisationen erklärt sich durch die Reduktion von Komplexität.

00:04:46: Das Grundmaterial von Organisationens, die Kommunikationsstrukturen werden in jeder Organisation wieder anders selektiert und organisiert – je nachdem wie sich die Organisation in ihrer noch komplexeren Umwelt bewährt!

00:05:02: Die Umwelt ist immer noch komplexer als die Organisation es sein könnte, weshalb Organisationen es nie schaffen werden sich perfekt auf ihre Umwelt auszurichten.

00:05:14: Es wird ihnen immer an zur Umwelt passender Vielfalt mangeln.

00:05:18: Ein Mythos ist jedoch das Vereinfachung zur Komplexitätsreduktion beiträgt – Das Gegenteil ist der Fall!

00:05:26: Nur Komplexität vermag Komplexitäten zu reduzieren Und wer sich dazu weiter belesen möchte, wird in soziale Systeme von Niklas Luhmann wunderbar fündig.

00:05:39: Wer Führung demnach nicht mehr als Kontrolle bezeichnen mag – wer Unternehmensführungen nicht mehr mit dem Lenken einer Maschine oder dem Errechnen von Zukunftsfähigkeit gleichsetzen mag?

00:05:50: Für den haben wir hier eine andere Definition im Angebot.

00:05:57: Führungs- und Unterneemertum bedeuten ins Risiko zu gehen und Fehler zu machen!

00:06:03: Entscheidungen als Selektionen zu sehen, die zwar Komplexität reduzieren – die aber auch immer falsch sein könnten weil sonst gar nicht erst entschieden werden müsste.

00:06:13: Das ist ein wichtiger Blickwechsel!

00:06:16: In den Vordergrund tritt dann die Frage nach dem Umgang mit Fehlern im Unternehmen.

00:06:22: Da es in der unternehmerischen Praxis kaum die Möglichkeit gibt sich hinzustellen und zu sagen ich weiß es nicht deshalb verharre Ich sollten Fehler begrüßt werden.

00:06:33: Fehler als unvermeidbar zu betrachten, geht damit einher die organisationale Überlebenswahrscheinlichkeit zu erhöhen.

00:06:42: Und zu viel Gleichheit – zum Beispiel in Führungsteams – führt eher zu sich gegenseitig lahmlegenden Konflikten als zu besseren Entscheidungen.

00:06:53: Strukturimport ausgeschlossen.

00:06:57: Das wirklich fantastische an Organisationen ist dass sie ihre Strukturen immer aus sich selbst heraus aufbauen.

00:07:04: Sie sind selbst organisiert.

00:07:07: Wobei Selbstorganisation bedeutet, dass es nicht möglich ist Strukturen in ein System zu importieren.

00:07:15: Eine Organisation kann ihre Strukture nur selbst aufbauen durch die eigenen Operationen.

00:07:22: Das Organisationenleben ist nicht nur eine nützliche Metapher um sie zu verstehen Denn Organisationen stellen sich selbst her so wie sich auch biologische Organismen selbst ausbilden.

00:07:35: Eine Pflanze wächst aus sich selbst heraus.

00:07:38: Man sollte sie zwar ab und zu etwas gießen, und manche benötigen auch Licht aber ansonsten braucht sie nichts von außen!

00:07:46: Man muss kein Blattgrün in Sie hineinspritzen – sie wird von selbst immer größer.

00:07:52: Auch wenn Pflanzen, Tiere oder der menschliche Organismus andere Bestandteile haben als Unternehmen so folgen sie dennoch derselben Entstehungslogik.

00:08:02: Während die Elemente bei den einen die biochemischen Prozesse sind, so sind es in Unternehmen die Kommunikationsprozesse.

00:08:13: Die Biologen Umberto Maturana und Francesco Varela prägten dafür den Begriff der Autopoiesis.

00:08:22: Pflanzen- und Organisationen haben darüber hinaus gemeinsam dass sie erst mal keinen spezifischen Zweck erfüllen sondern sich ihre Funktionen nachgelagert ausbilden.

00:08:34: Ihr Sinn ist es, zu existieren und zu überleben.

00:08:38: Alles andere folgt diesem grundlegenden Prinzip.

00:08:42: Unternehmen können ihre Zwecke auch wechseln – sie suchen sich Probleme die Sie lösen können.

00:08:49: Fällt ein Problem weg?

00:08:51: Suchen Sie sich ein neues!

00:08:52: So wie der Touristikkonzern Tui AG, der bis in den Jahr two-tausend zwei Preussack Stahl AG hieß und Hütten-Aktiengesellschaft gegründet wurde.

00:09:08: Aus dem Industriekonglomerat wurde ein Dienstleistungsunternehmen, auch wenn sich wohl wenige Unternehmen so kolossal transformiert haben zeigt dieses Beispiel was prinzipiell möglich ist.

00:09:22: die Strukturen eines Kommunikationssystems haben eine Eigenart sind immer nur in der Gegenwart vorhanden.

00:09:30: uns sind nichts Festes oder beständig ist, ganz entgegen wohl alltäglicher Vorstellungen über Unternehmen oder auch andere Organisationen.

00:09:41: Strukturen werden immer wieder hergestellt in dem Moment, in denen das System – in unserem Fall die Organisation – tätig ist und das heißt, dass das System muss in Operation sein um Strukture nutzen zu können.

00:09:57: Organisationen haben in dem Sinne kein Gedächtnis, keinen Speicher von Erwartungen.

00:10:04: Was nicht in der Gegenwart in die Kommunikation gebracht wird, wird vergessen.

00:10:09: Deshalb wären auch Probleme einfach weg wenn sie nicht täglich wieder neu hergestellt

00:10:14: würden.".

00:10:16: Ein Unternehmen überlebt so lange die Kommunication weiterläuft und solange die Kommunion weiterläuft, überleibt es.

00:10:26: Dabei ist es wichtig, dass die Mitarbeitenden als Teilnehmer an der Kommunikation auch wechseln können bzw.

00:10:34: auch ausreichend passende und willige Teilnehmer verfügbar sind.

00:10:39: Das gelingt in Zeiten des Arbeitskräftemangels immer weniger gut weshalb in Unternehmen Strukturveränderungen passieren um mit dieser veränderten Umweltbedingung umgehen zu können zum Beispiel in dem Restaurants, Hotels, Supermarktkassen, Finanz-Services oder Personalabteilungen digitalisiert und auf Selbstbedienung umgestellt werden.

00:11:03: Es ist wahrscheinlich eher eine romantische Vorstellung zu glauben dass sich Unternehmen anders auf den Mangel an Mitspielern einstellen werden als diese langfristig überflüssig zu machen.

00:11:16: Ja, das war Organisationen entwickeln.

00:11:18: Der bekam Beta-Podcast für wirksame Führung und Zusammenarbeit!

00:11:23: Danke dass du deine Zeit mit uns verbracht hast.

00:11:26: Gefällt dir unser Podcast?

00:11:28: Dann würden wir uns riesig freuen wenn Du den Podcast in deinem Netzwerk weiter empfiehlst.

00:11:33: Und falls du über Apple-Podcast oder Spotify hörst, dann gib uns doch auch gleich fünf Sterne und folge uns.

00:11:39: Denn das hilft uns enorm dabei weitere Menschen zu erreichen denen es auch ein Anliegen ist eine Welt zu schaffen in der wir alle gerne leben und arbeiten möchten.

00:11:49: Bis zum nächsten Mal!

00:11:51: Tschüss.

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