276. Kommunikation: Wie geht es weiter? Short Dive 3 (Christina Grubendorfer)
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Transkript anzeigen
00:00:10: Ja, willkommen zu einem neuen Shortdive.
00:00:34: Also einer weiteren Folge meiner kleinen Reihe mit theoretischen Tauchgängen!
00:00:39: Vielleicht hast du ja schon die ersten beiden gehört, darin geht es um Gedanken, die mir in meiner Arbeit immer wieder begegnen und die helfen können, Organisationen ein Stück klarer zu sehen.
00:00:49: Heute im Shortdive Nummer drei geht es über ein Thema das im Organisationsalltag allgegenwärtig ist – und doch oft missverstanden wird!
00:00:58: Kommunikation.
00:01:00: Wie geht es weiter mit der Kommunikion?
00:01:02: Was passiert eigentlich wenn wir sagen wir kommunizieren in Organisationen.
00:01:07: Und warum ist das oft viel mehr oder auch etwas ganz anderes, als wir denken?
00:01:13: Ich lese dir dazu wieder ein Kapitel aus meinem Buch The Real Book of Work vor, dass ich gemeinsam mit Christina Ackermann veröffentlicht habe.
00:01:21: Das Buch schaut auf Organisationen aus einer anderen Perspektive – als soziale Systeme die sich in ständiger Kommunikation fortschreiben und genau darum geht es heute!
00:01:33: Übrigens, The Readbook of Work gibt es auch als Hörbuch überall da wo du gerne Hörbücher hörst.
00:01:40: Also mach's dir gemütlich leh'n dich zurück und lass dich inspirieren von ein paar Gedanken darüber wie Kommunikation eigentlich wirklich funktioniert.
00:01:53: Short Dive Nummer drei Wie geht das weiter mit der Kommunikacion?
00:02:00: Ein weitverbreitetes Bild von Kommunikation ist, dass es erstens einen Sender gibt und zweitens einen Empfänger.
00:02:07: Und drittens eine Nachricht – die dann wie ein Paket mit der Post vom Sender zum Empfänger geschickt wird.
00:02:14: Das Gelingen der Kommunikations wird daran bemessen, wie gut die Nachricht beim Empfenger angekommen ist, ob sie noch genauso aussieht als beim Versand.
00:02:24: Falls ja?
00:02:25: Dann handelt es sich um gelungene Kommunikion!
00:02:28: Hat aber das Paket beim Empfang boilen oder ist gar aufgerissen oder der Inhalt herausgefallen, so ist die Kommunikation schief gelaufen.
00:02:38: Dieses Alltagsverständnis von Kommunikations ist nicht besonders nützlich – denn es lässt vieles außer Acht!
00:02:47: Was passiert als Nächstes?
00:02:50: Das systemtheoretische Verständnis von Kommunikation schaut anders auf das Gelingen der Kommunikations und stellt die Frage, was nach einem Ereignis als Nächstes passiert in den Mittelpunkt.
00:03:03: Denn ganz gleich ob der Empfänger tatsächlich verstanden hat, was der Sender eigentlich sagen wollte?
00:03:10: Wenn er etwas darauf erwiedert – dass darauf schließen lässt, dass er irgendetwas verstanden hat Kommunikation stattgefunden.
00:03:22: Wird das aufgeregte Winken der Mutter von ihrem auf sie zulaufenden Kind als Wahnsignal verstanden und es bleibt an der Bürgersteigkante stehen?
00:03:32: Oder versteht das Kind das Winken als Freude, winkt zurück und läuft auf die Straße?
00:03:39: Kommunikations hätte in beiden Fällen stattgefundet jedoch mit deutlich verschiedenen Ergebnissen.
00:03:47: Was verstanden wird entscheidet der Empfänger!
00:03:50: Und der weiß es manchmal selbst nicht.
00:03:55: Diese Szene zwischen Mutter und Kind zeigt die nächste Vertragte aber sehr wichtige Erkenntnis über das Thema Kommunikation, denn was verstanden wird, wird immer vom Empfänger bestimmt.
00:04:08: Er teilt sich sozusagen selbst mit – wie eigentlich auch sonst!
00:04:13: Schließlich sind unsere Gehirne nicht mit Pluck ins Versehen in die man einfach etwas einspeisen könnte….
00:04:19: Man kann sich nicht die Gedanken eines anderen herunterladen, wie bei einer Datenübertragung.
00:04:25: Man kann dich deshalb nur selbst verstehen – nicht jemand Anderen!
00:04:30: Genauso wenig wie wir jemandem unsere Gedanken einpflanzen können.
00:04:35: Wir können nicht aus unseren Köpfen heraus.
00:04:38: Niemand kann kontrollieren, wie er oder sie verstanden wird.
00:04:44: Wir verstehen zudem immer nur das was wir verstehen können oder verstehen wollen.
00:04:51: Es wäre deshalb passender, wie es der Arzt und systemische Therapeut Gunther Schmidt vorschlägt anstatt von Wahrnehmung, von Wahrgebungen zu sprechen.
00:05:02: Da wir alle unsere ganz eigene Sicht der Welt haben die beeinflusst was zu uns durchdringt und was nicht – und vor allem weh!
00:05:11: Was wir sehen hören fühlen schmecken und riechen konstruieren wer immer selbst Und wir können nicht wissen ob andere ist auch so oder anders.
00:05:21: sehen, hören und so weiter.
00:05:25: Über Kommunikation entsteht dann aber eventuell ein Konsens darüber womit der Eindruck entstehen kann dass alle es auf die gleiche Art sehen, Hören usw.
00:05:38: Von gelungener Kommunikations sollte demnach nicht mehr nur dann die Rede sein wenn Sender- und Empfänger sich vermeintlich gut verstanden haben sondern ebenso wenn Missverständnisse passieren und diese aus dem Weg geräumt werden sollen.
00:05:53: Wenn sich darüber gestritten wird, wie etwas beschrieben erklärt oder bewertet werden kann dann setzt sich die Kommunikation eben sofort.
00:06:03: Man kann sich darüber wundern, dass es trotz der vielen Möglichkeiten sich nicht einig zu sein – zum Beispiel das Gesagte des Vorredners abzulehnen oder anders darauf zu reagieren als der es sich wünschte – überhaupt auch zur Zustimmung, zu Bejahung und vom Sender gewünschten Reaktionen beim Empfänger kommen kann.
00:06:24: Das Spannende ist die Eigentynamik.
00:06:28: Kommunikation kann völlig aus dem Ruder laufen!
00:06:32: Sicherlich jeder schon einmal erlebt, wenn ein Gespräch plötzlich einen ganz seltsamen Twist bekommt den keiner so wollte aber irgendwie auch nicht aufhalten konnte.
00:06:42: Wenn sich die Beteiligten ganz plötzlich wieder hitzig streiten obwohl man sich getroffen hatte um sich in Ruhe auszusprechen und eine Lösung zu finden dann hat die Kommunikation die Steuerung übernommen.
00:06:55: Kommunikation kann eine Eigendynamik in der Form entwickeln, dass sich die Teilnehmer regelrecht fremdbestimmt fühlen davon.
00:07:04: Sie hören sich dann plötzlich Dinge sagen oder auf einer Art und Weise sagen, die für sie selbst irgendwie fremt anfühlen.
00:07:13: Oder sie fühlen sich aus der Situation herausgenötigt bestimmte Dinge zu sagen oder auch nicht zu sagen.
00:07:22: Wir werden von Kommunikationsprozessen gesteuert.
00:07:28: Deutlich fällt diese Eigendynamik auf, wenn wir Personen in verschiedenen Kontexten beobachten.
00:07:35: Erstaunlich wie Hans Sam sich der als bissiger hund beschriebene Vorstand plötzlich im Workshop zeigt, wie witzig er ist – obwohl er ansonsten als völlig humorfrei empfunden wird!
00:07:47: Ist auch seltsam?
00:07:48: Wie geht denn
00:07:49: das?!
00:07:50: Das geht ganz wunderbar, da wir alle ein großes Repertoir an Verhaltensweisen haben, die wir in den verschiedensten Kontext zeigen oder auch nicht.
00:08:00: Entscheidend ist zu welchem Verhalten wir uns durch den Kontext und seine spezifische Kommunikationsdynamik eingeladen fühlen – und zu welchen eben auch nicht!
00:08:12: Und welche Zuschreibungen wir aus der Kommunikation heraus bekommen?
00:08:18: Kommunikacion ist keine Handlung.
00:08:21: Kommunikation ist nicht so etwas wie Kaffee kochen.
00:08:24: Damit ein Kommunikationsprozess in Gang kommt, braucht es mindestens zwei Individuen.
00:08:31: Unsere alltagssprachliche Verwendung von Kommunikion als eine Handlung – wie das muss ich jetzt zu den Mitarbeitern kommunizieren?
00:08:40: Ist dann nicht länger sinnvoll!
00:08:42: Denn eine Person allein kann gar nicht kommunizierend.
00:08:46: Denn es kann gar nicht einseitig entschieden werden, was in die Kommunikation gelangt.
00:08:52: Dieses Buch zu schreiben ist auch noch keine Kommunikations.
00:08:57: Erst wenn du liebe Leserin und lieber Leser oder in diesem Fall Liebe Hörerinnen und Lieberhörers hörst und dir etwas dabei denkst dann hat Kommunikion zwischen uns stattgefunden.
00:09:10: Solange du dich aber nicht bei uns meldest und uns deinerseits etwas mitteilst, geht die Kommunikation zwischen uns nicht weiter.
00:09:20: Was du gerade verstehst, denkst, fühlst – das entscheidest du selbst!
00:09:25: Wir können es nicht zu dir
00:09:27: durchstellen.".
00:09:29: Diesem Verständnis von Kommunikationsfolgend wäre es eigentlich auch nicht so passend zu sagen dass Menschen miteinander kommunizieren, denn was sie tun ist Denken, Fühlen, Sprechen, Zuhören oder Schreiben und Lesen.
00:09:46: Die Kommunikation entsteht nämlich zwischen den Menschen!
00:09:51: Und Menschen sind nötig für die Kommunikacion, denn die Kommunikanion selbst kann weder denken noch sprechen.
00:10:00: Erschwerend kommt hinzu, das sich Gedanken auch nicht eins zu eins in Sprache verwandeln lassen.
00:10:06: Kaum nimmt man an einem Gespräch teil, hört man sich andere Dinge sagen als man zuvor gedacht hat.
00:10:13: Baut seinen Gedanken so um damit er zum Beispiel nicht als unhöflich wahrgenommen
00:10:17: wird.".
00:10:19: Das häufig missverstandene Zitat von Niklas Luhmann nur die Kommunikation kann kommunizieren sollte nicht dazu einladen Menschen wegzudenken von der Kommunikion denn Kommunikations kann nicht von selbst laufen.
00:10:36: Es sollte den Blick auf das Wunder der Kommunikation lenken als etwas ganz Eigenes, etwas Liebendiges, etwas Faszinierendes.
00:10:46: Kommunikations wird als Prozess gesehen, der sich selbst organisiert und von einzelnen Teilnehmern an der Kommunifikation zwar beeinflusst aber nicht kontrolliert werden kann.
00:10:58: Ob Einflussversuche auf die KommunikATION Erfolg haben entscheidet sich durch die Kommunikanion selbst!
00:11:07: Die Kopplung von Psyche und Soziale.
00:11:12: Es ist sehr spannend zu beobachten, wie beispielsweise in Gruppen kommuniziert wird.
00:11:17: Die Frage ist hier was gelangt in die Gruppenkommunikation?
00:11:22: Was verbleibt in den Köpfen der Gruppenmitglieder – und was wird nur zwischen einzelnen Gruppen-Mitgliedern besprochen?
00:11:30: Eine Gruppe kann wunderbar und in bester Stimmung miteinander arbeiten, obwohl zwei Gruppen mit Glieder gerade einen Konflikt miteinander haben nämlich dann, wenn der Konflikt in der Gruppe nicht thematisiert wird.
00:11:43: Umgekehrt kann ein Gruppenmitglied seine Befindlichkeiten zum Thema in der Groupen machen und damit die weitere Kommunikation stark beeinflussen – das gelingt nur, wenn die Kommunikations dieses Thema aufgreift es Anschluss findet.
00:12:00: Äußert einen Gruppen-Mitglied seinen Unmut über eine bestimmte Sache und niemand geht darauf ein, dann kommt das Thema nicht in die Kommunication!
00:12:09: Darüber entscheiden nämlich die anderen und nicht das Gruppenmitglied.
00:12:14: Man könnte genauer sagen, es entscheidet sich durch die Kommunikation.
00:12:20: Es kann sehr frustrierend für Einzelne sein in Gruppen keine Resonanz zu finden.
00:12:25: Andersherum können Personen so zentral im Fokus einer Gruppe stehen dass sie fast nichts tun können ohne dass dies kommentiert wird.
00:12:35: Auch über diese Statusunterschiede in Grupen entscheidet die Kommunikation.
00:12:40: Wer diesen Effekt unter Laborbedingungen beobachten möchte, dem sei ein gruppendynamisches Training von Herzen empfohlen.
00:12:50: Führung muss sich die Frage stellen wie sie dazu beitragen kann das Kommunikationsprozesse so ablaufen damit Sie den Unternehmenszweck dienen und im besten Sinne zur Wertschöpfung beitragten.
00:13:03: Fführung kann dazu beITragen dass sich die Aufmerksamkeit der Beteiligten auf bestimmte Faktoren fokussiert und andere unsichtbar bleiben.
00:13:14: Führung kann Bedeutungen nahelegen!
00:13:18: Ja, das war Organisationenentwickeln – der Bekamm-Better-Podcast für wirksame Führungs- und Zusammenarbeit.
00:13:25: Danke, dass du deine Zeit mit uns verbracht hast.
00:13:28: Gefällt dir unser Podcast?
00:13:30: Dann würden wir uns riesig freuen wenn Du den Podcast in deinem Netzwerk weiter empfiehlst.
00:13:35: Und falls du über Apple-Podcast oder Spotify hörst, dann gib uns doch auch gleich fünf Sterne und folge uns.
00:13:41: Denn das hilft uns enorm dabei weitere Menschen zu erreichen, denen es auch ein Anliegen ist eine Welt zu schaffen in der wir alle gerne leben und arbeiten möchten.
00:13:51: Bis zum nächsten Mal!
00:13:53: Tschüss.
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