285. Wie hängen Mensch und Organisation zusammen? Short Dive 8 (Christina Grubendorfer)

Shownotes

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Transkript anzeigen

00:00:11: Ja, hallo!

00:00:11: Das ist Organisationenentwickeln.dein Bikanbeta-Podcast.

00:00:15: Wir bei BikanBeta wollen Führung und Arbeit wirksam gestalten – und natürlich eine Welt in der wir alle gerne leben und arbeiten möchten.

00:00:23: Ich bin wie immer Christina Grubendorfer und ich heiße dich herzlich willkommen zu einem neuen Shortdive also einer weiteren Folge meiner kleinen Reihe mit theoretischen Tauchgängen.

00:00:35: Darin geht es um Gedanken, die mir in meiner Arbeit immer wieder begegnen und die helfen können, Organisationen klarer zu sehen und wirksamer zu gestalten.

00:00:47: Heute im Shortdive Nr.

00:00:48: VIII geht es über die Frage wie Menschen- und Organisationen eigentlich zusammenhängen?

00:00:54: Oft wird so getan als seien Menschen etwas völlig anderes als Organisationen oder als könnten Organisationen auf magische Weise den Menschen in den Mittelpunkt stellen!

00:01:04: Doch das ist nur die halbe Wahrheit, denn in Wirklichkeit entwickeln sich Mensch und Organisation gemeinsam.

00:01:11: In einer Art Co-Evolution.

00:01:13: Sie prägen einander, reagieren aufeinander und verändern sich im Zusammenspiel.

00:01:19: Dieses Wissen verändert die Perspektive auf Gestaltung und Führung grundlegend.

00:01:24: Denn wer Organisationen verändern will muss verstehen wie menschliches Erleben Verhalten und organisationales System geschehen miteinander verflochten sind.

00:01:35: Ich lese dir dazu wieder ein Kapitel aus meinem Buch The Real Book of Work vor, darin geht es genau um diese Wechselwirkungen und darum warum sie so entscheidend sind wenn wir Organisationen wirklich verstehen wollen.

00:01:49: also mach's dir gemütlich lehne dich zurück und tauch mit mir ein in die spannungsvolle Beziehung zwischen Mensch und Organisation.

00:02:06: Short Dive Nummer Acht Wir hängen Menschen und Organisation zusammen Die gegenseitige Abhängigkeit.

00:02:15: Eine Organisation bespielt ein Individuum mit ihren Spielregeln, an denen es sein Verhalten ausrichtet und auch umgekehrt beeinflusst einen Individuum mit seinem Verhalten die Organisation.

00:02:30: Natürlich hat das Geschehen in Organisationen auch Einfluss auf das Denken und Fühlen eines Menschen sowie auf seinen Körper und umgekehrt.

00:02:41: Es muss nicht groß erklärt werden, dass das seelische und körperliche Wohlbefinden eng mit der Arbeit zusammenhängt.

00:02:48: Und dass Organisationen andererseits sowohl gute Ideen- und kognitive Leistungen eines Menschen benötigen um ihre Leistung zu erbringen als auch deren körperlichen Kraft, Ausdauer, motorisches Geschick usw.

00:03:05: Organisationen und Menschen beeinflussen sich wechselseitig brauchen sich wechselseitig.

00:03:12: Um es genauer zu fassen, können wir von der Organisation als einem sozialen System sprechen das zum Beispiel mit den psychischen Systemen seiner Organisationsmitglieder strukturell gekoppelt ist.

00:03:27: Das bedeutet Veränderungen im sozialen system können mit Veränderung im psychischen einhergehen und umgekehrt.

00:03:36: Der Unterschied zwischen den Systemen ist deshalb aber wichtig, weil sie verschieden operieren.

00:03:43: Soziale Systeme reproduzieren sich durch Kommunikation und psychische Systeme durch Bewusstsein.

00:03:51: Sie können sich deshalb gar nicht miteinander verbinden sondern sich nur gegenseitig irritieren – sie sprechen nämlich jeweils eine andere Sprache!

00:04:02: Da weder bewusst sein noch Kommunikationen sichtbar sind, sondern nur verhalten beobachtbar ist, kann das Verhalten eines Menschen als eine Art Bindeglied zwischen sozialem und psychischem System betrachtet werden.

00:04:18: Gedanken und Gefühle an sich sind nicht zu sehen – sie führen aber wohl möglich zu einem bestimmten Verhaltet, dass dann beobachtet werden kann und von dem aus dann Rückschlüsse auf die Psychologie dahinter gezogen werden

00:04:31: können.".

00:04:33: Und auch soziale Systeme können nicht beobachtet werden.

00:04:36: Es kann nur auf das Verhalten von mehreren Kommunikationsteilnehmern geschaut werden und dann auf die Kommunikationsgeschlossen werden.

00:04:46: Man kann sich das Verheiten von Menschen deshalb prinzipiell immer aus zwei Richtungen zu erklären versuchen, sozial oder psychologisch bedingt.

00:04:57: Da aber soziale Systeme eine Eigendynamik entwickeln, die sehr stark auf das Verhalten der Beteiligten wirkt ist es immer erst mal die bessere Hypothese sich verhalten, sozial zu erklären statt psychologisch.

00:05:11: Und Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.

00:05:16: Zusammenfassend ließe sich nun schon sagen dass Organisationen Menschen brauchen um operieren zu können, der Organisationen als soziale Systeme selbst weder sprechen noch handeln noch denken können.

00:05:31: Soziale System haben kein Bewusstsein.

00:05:34: Psychische Systeme haben zwar ein Bewusstsein, können aber nicht kommunizieren.

00:05:40: dafür brauchen sie die Interaktion mit anderen oder eben ein soziales System.

00:05:49: Wie ist Einflussnahme zu denken?

00:05:52: Spannend und wichtig werden diese Interdependenzen von sozialen und psychischen Systemen, vor allem wenn man sich fragt wo denn anzusetzen sei wenn etwas in einem dieser Systeme verändert werden soll.

00:06:06: Durch unsere Aufteilung im soziales System sowie das Verhalten als eine Art Bindeglied erhalten wir drei Ebenen der Einflussnahme Und da sie miteinander in Zusammenhang stehen, lässt sich auch auf jeder der drei Ebenen ansetzen und dann die Wirkung auf jeweils anderen beiden Ebennen beobachten.

00:06:30: Mal angenommen – Frau Schmidt, Mitarbeiterin im Unternehmen Sixth Sense – einem mittelständischen Produktionsbetrieb für Nahrungsergänzungsmittel beschwert sich wiederholt bei der Personalleitung über ihre Arbeitskollegen.

00:06:47: Sich über Kollegen zu beschweren gehört bei Six Sense nicht zum guten Ton und wird an sich schon als problematisch erlebt.

00:06:55: Da man Frau Schmidt aber sehr schätzt, aufgrund ihrer stets vorbildlichen Arbeitsergebnisse, beschließt die Personalabteilung Frau Schmidt zu helfen.

00:07:05: Die Personalabteilung hätte nun mindestens drei Möglichkeiten Einfluss zu nehmen – erstens psychisches System.

00:07:15: Man könnte daran arbeiten, dass Frau Schmidt ihre Kollegen in einem anderen Licht betrachtet.

00:07:21: Die Beziehung zu ihnen anders bewertet oder es irgendwie anders schaffen könnte ihr Denken und Fühlen so zu verändern das sie weniger oder im besten Falle gar nicht mehr unter der Situation leiden muss und sich dann auch nicht weiter beschwert.

00:07:38: Hört sich komplex an?

00:07:40: Ist es auch!

00:07:42: Zweitens Verhalten Als weitere Möglichkeit könnte Frau Schmidt ihr Verhalten ändern.

00:07:49: Sie könnte anders auf die üblichen Angriffe ihrer Kollegen reagieren, diese ignorieren, darüber lachen oder sie könnte zum Gegenangriff übergehen um zu schauen ob es ihr dann damit besser geht.

00:08:03: Hört sich schon etwas vielversprechender an?

00:08:06: Ist das auch!

00:08:08: Drittens soziales System.

00:08:11: Man könnte versuchen, das Zusammenspiel von Frau Schmidt und ihren Kollegen zum Beispiel über eine Teamentwicklung so zu verändern.

00:08:21: Hört sich ganz gut an?

00:08:23: Ist es auch!

00:08:25: Ein Hinweis dieses Arbeitsmaterial zum Thema psychisches System Verhalten- und soziales System stammt von Fritz B. Simon und wurde von Thorsten Groot und Christina Grumdorfer im Rahmen der Seminare bei SWF angepasst und überarbeitet.

00:08:47: Welche Möglichkeit gewählt wird, hängt davon ab ob das Problem von Frau Schmidt in ihrem Unternehmen zum Thema wird und wie es sich dann erklärt wird.

00:08:57: Wenn es der mangelnden Resilienz von Frau Schmitt oder ihrem ungeschickten Verhalten zugeschrieben wird erfolgt wahrscheinlich ein Coaching oder sie wird zu einem Training geschickt um Einfluss auf ihre Psyche.

00:09:12: Wird das Leiden von Frau Schmidt als Symptom für eine Dysfunktionalität der Kommunikation in ihrem Team gesehen, so ist er mit der Teamentwicklung zu rechnen.

00:09:22: Ist eine plausible Erklärung gefunden worden, wirkt sie wie eine Beruhigungspille für die Beteiligten?

00:09:30: Es würde sich aber häufig lohnen, sich nicht mit der erst besten Erklärungen zufriedenzugeben sondern weiterzuforschen, woran es denn wohl liegen mag

00:09:39: bzw.,

00:09:40: wo man auch ansetzen könnte, um es zu verändern.

00:09:44: Gehen wir mal davon aus, dass Frau Schmidt als Ökotrophologin im Unternehmen Six Sense arbeitet.

00:09:51: Frau Schmidt wurde nun schon das dritte Mal bei einer Beförderung übergangen und muss mit ihren sehr konkurrenzorientierten Kollegen zusammenkommen.

00:10:01: Schon lange hat sie die Idee eine neue vegane Produktlinie zu entwickeln wird von ihren Kollegen dafür aber belächelt.

00:10:09: Frau Schmidt leidet beim Nährenhinsehen nicht nur unter der Beziehung zu ihren Kollegen, sondern auch daran dass sie beobachtet das die Umsätze stagnieren und der Markt für ihre konventionellen Nahrungsergänzungsmittel schrumpft.

00:10:23: Hier ist klar – Das Unternehmen muss sich schleunigst anpassen um weiter überleben zu können!

00:10:29: Das Kerngeschäft muss effizienter weiter betrieben und gleichzeitig muss ein neues Produkt entwickelt werden um neue Chancen zu nutzen.

00:10:37: Solange die Erklärungen für das seltsame Verhalten von Frau Schmidt in ihrer psychologischen Verfasstheit, ihrem mangelnden Durchsetzungsvermögen oder ihrem fehlenden Humor gesehen wird, bleiben die unternehmerischen Probleme wohl möglich ein blinder Fleck.

00:10:53: Die wertvolle Perspektive und Kompetenz von Frau Schmitt blieben außen vor!

00:11:01: Wie kann eine Organisation verändert werden?

00:11:05: Aber mal angenommen, die Personalabteilung hört Frau Schmidt wirklich zu und man beschließt gemeinsam sich dem von ihr beschriebenen Problem wirklich anzunehmen.

00:11:16: Wo kann dann angesetzt werden?

00:11:19: Prinzipiell gibt es wieder dieselben drei Möglichkeiten der Einflussnahme nur dass es hier nicht mehr um Frau Schmidt geht auch nicht mehr nur um ein Team sondern um die ganze Organisation.

00:11:32: Nun wären plötzlich die psychischen Systeme und das Verhalten von ganz vielen Menschen interessant.

00:11:38: Aber macht es Sinn, dort anzusetzen?

00:11:41: Beim Unternehmen ZIGZENS arbeiten rund sechshundert Mitarbeitende.

00:11:46: Prinzipiell wäre es eine Möglichkeit ihnen Einzel- oder Gruppencoachings, Innovationstrainings-, Führungstraining-, Vertriebstraining- oder was auch immer anzubieten in der Hoffnung des Unternehmens dadurch zu retten!

00:12:00: Man könnte auch versuchen, nur die vermeintlich wichtigsten Player durch einen Coaching zu einer Einstellungsänderung zu bewegen.

00:12:08: Könnte ja sein dass es an dem richtigen Bisseinzelner mangelt den es aber bräuchte um die Produkte wieder erfolgreicher zu verkaufen oder man versucht alle sechshundert Mitarbeitende auf einmal in eine Großveranstaltung aufzurütteln an ihr Durchhaltevermögen zu appellieren oder Ähnliches.

00:12:28: so würde man jedenfalls vorgehen wenn man sich das Verhalten der Mitarbeitenden psychologisch erklärt.

00:12:36: Erklärt man sich, dass verhalten der Beteiligten über ihre Mitgliedschaft bei einer Organisation statt nur als Ergebnis ihrer Einstellungen, Fähigkeiten oder Motivationen führt das unweigerlich zur Arbeit am sozialen System – zur Arbeit an der Organisation!

00:12:56: Im Fall von Six Sense könnte das Unternehmen so umorganisiert werden, dass eine neue Art der Zusammenarbeit möglich wird mit der die Herausforderungen bewältigt werden können.

00:13:08: Um die Produktion effizienter zu machen könnten Produktlinien zusammengelegt werden andere ausgeweitet werden.

00:13:15: ein Standort mit hohen Wartungskosten könnte geschlossen werden.

00:13:19: Es könnte ein neuer Bereich gegründet werden, neue Rollen geschaffen und spezielle Talente rekrutiert werden um Innovationen an den Markt zu bringen.

00:13:30: Oder es könnte auch die Unternehmensführung anders aufgestellt werden indem zum Beispiel die bisher alleinige Geschäftsführung durch den Inhaber zu einer Doppelspitze unfunktioniert wird.

00:13:42: Die Möglichkeiten am sozialen System anzusetzen sind zahlreich, brauchen aber selbstverständlich eine tiefe Auseinandersetzung mit dem Unternehmen und seiner bisherigen Funktionsweise.

00:13:56: Kann ein einzelner Mensch einer Organisation verändern?

00:14:01: Wie sieht es nun mit den Möglichkeiten der Einflussnahme eines einzelnen Menschen auf eine Organisation aus?

00:14:11: Organisationen sind ganz besondere soziale Systeme, deren strukturelle Kraft spätestens ab einer Größe von dreißig Mitgliedern so stark ist dass die Fähigkeiten oder das Verhalten eines Mitglieds nur unter ganz bestimmten Umständen das soziale system verändern können.

00:14:29: Unter welchen?

00:14:31: Das Unternehmen SIGSENS wird seit sechzig Jahren durch den Patriarchen Herrn Gustav geführt.

00:14:38: Es befindet sich in vollständigem Besitz seiner Familie.

00:14:42: Herr Gustav hat mir einen Hehl daraus gemacht, dass er der Meinung sei das Frauen in Führungspositionen nichts zu suchen haben.

00:14:50: Diese Einstellung änderte sich schlagartig als seine Enkelin Louisa geboren wurde, in die er sich großväterlich verliebte.

00:14:59: Er verbrachte jede freie Minute mit seiner Enkelin und brach mit vielen seiner Routinen.

00:15:05: Der sonntägliche Spaziergang durch die Produktion blieb aus und nach fünfzehn Uhr war er unter der Woche auf dem Firmengelände nicht mehr zu finden.

00:15:14: Vor allem konnte er es nicht fassen, dass keine der vierzig Führungspositionen im Unternehmen von einer Frau besetzt war und sah dies als großes Versäumnis – und zudem als Ursache für den

00:15:26: Innovationsmangel.".

00:15:29: Zuerst holte er seine Tochter mit in die Geschäftsführung, die ihm nun helfen sollte, die neue Produktlinie mit Veganen und kontrolliert biologischen Inhaltsstoffe an den Markt zu bringen.

00:15:41: Und kurz danach wurde Frau Schmidt endlich Laborleiterin.

00:15:45: Die Mitarbeitenden trauten dem Braten zunächst nicht – und es dauerte eine Weile bis sich ein anderes Bild von Herrn Gustav und seiner Einstellung zu Frauen beispielsweise im Unternehmen etabliert hatte.

00:15:59: Hier kam es also über die veränderte Weltanschauung des Herrn Gustav zu einem anderen Verhalten in seiner Rolle als Geschäftsführer.

00:16:08: Er wurde mit der Zeit im Unternehmen zu einer anderen Person, das heißt, es konnte anders mit ihm gerechnet werden.

00:16:15: Andere Strukturen wurden möglich – anderes Verhalten wurde möglich.

00:16:21: Das Beispiel soll auch verdeutlichen dass es einen Unterschied macht um welche Personen es sich in einem Unternehmen handelt.

00:16:29: Eine Person, der kein besonderer Einfluss gestattet wird oder eine Person die Quarrolle kein besonders großes Ansehen genießt, wird es sehr schwer haben das soziale System zu verändern.

00:16:43: Um dieses Phänomen noch besser zu verstehen wollen wir uns das Konzept Personen noch näher ansehen!

00:16:52: Die Verwandlung in Personen.

00:16:55: Schon im römischen Sprachgebrauch wurde für Menschen in organisationalen Bezügen das Wort Person benutzt.

00:17:03: Die Person, vom etruskischen Persu oder Maske, wurde zunächst für die Rollen genutzt, die in einem Theaterstück gespielt wurden – später dann aber auch für andere Bereiche, die dem Theater als strukturell ähnlich empfunden wurden, zum Beispiel das Gerichtswesen.

00:17:21: Person diente als Begriff, um den Menschen innerhalb der stabilen Ordnung einer Institution zu beschreiben.

00:17:28: Im Mittelalter wurden Funktions- und Würdenträger als Personen bezeichnet.

00:17:35: Im Unterschied zum Begriff Mensch wurde damit markiert, dass es um etwas Künstliches, etwas von außen zugeschriebenes geht.

00:17:46: Erst viel später verlagerten der Begriff sich dann wieder mehr hin Natürlichen des Menschen.

00:17:52: Wurde mehr und mehr gleichgesetzt, mit dem waren ich der Persönlichkeit eines Menschen und verwässerte damit dann auch so sehr dass er keinen Unterschied mehr hervorbrachte.

00:18:05: Unter anderem der Soziologe Niklas Luhmann krampt den Begriff der Person dann wieder hinterm Ofen hervor um die äußere Erscheinung des Menschen sein Image im sozialen Kontext also wem erscheint ein Mensch wie?

00:18:20: vom unsichtbaren Inneren seiner psychischen Vorgänge zu unterscheiden.

00:18:26: Wir finden es sehr praktisch, den Begriff Person auch so zu nutzen dass Menschen in organisationalen Bezügen zu Personen werden denen bestimmte Interessen Eigenschaften und typische Reaktionsweisen zugeschrieben werden.

00:18:42: Personen sind keine Subjekte sondern kommunikative Strukturen, die das Verhalten der Organisationsmitglieder steuern.

00:18:51: Man rechnet mit dem nächsten Wutausbruch der Geschäftsführerin wenn sie mal wieder auf Forschenschrittes die Halle durchquert und begegnet ihr deshalb an solchen Tagen besonders vorsichtig.

00:19:01: oder man weiß schon um die generfte Reaktion des Vorstandsmitglieds, wenn man ihm zu viele Fragen stellt und reduziert seine Nachfragen deshalb auf das Mülltexte.

00:19:12: Menschen können in verschiedenen Organisationen zu ganz unterschiedlichen Personen werden.

00:19:17: Hier unbeliebt, dort beliebt, hier wenig ernst genommen, dort in den höchsten Tönen gelobt.

00:19:25: Das liegt daran dass Personen kommunikativ entstehen und mit dem dahinter stehenden Menschen weitaus weniger zu tun haben als man so denken könnte.

00:19:36: Es ist verdammt schwer gegen ein Image anzukämpfen.

00:19:39: Man kann versuchen es zu beeinflussen, hat das aber nicht allein in der Hand.

00:19:44: Personen nehmen sowohl als Autoren als auch als Adressaten an der Kommunikation teil.

00:19:51: Es kann aber nicht nur mit ihnen sondern auch über sie gesprochen werden.

00:19:55: Sie können somit auch selbst zum Thema der Kommunication werden.

00:20:01: Merke, Personen können dem weiteren Verlauf der Kommunikation eine bestimmte Richtung geben wenn sie einflussreiche Autoren sind.

00:20:12: Organisationen lieben ihre Personen denn ohne Sie wäre die Kommunikations irgendwie haltlos!

00:20:19: Die Kommunikion sucht sich vereinfachte und feste Bezugspunkte um sich daran zu orientieren.

00:20:27: Der Blick auf Personen ist für Organisationen zudem sehr praktisch, denn so können sie nicht nur passendes von unpassendem Verhalten unterscheiden, sondern es auch noch auf die persönliche Motivation dahinter zu rechnen.

00:20:41: Organisationen reduzieren sich Menschen – auf Personen merken diese aber gar nicht!

00:20:48: Wie verständlich dass es hierbei immerzu zu Verwechslungen zwischen Menschen und Personen kommt….

00:20:55: Organisationen verschieben ihre Organisationsprobleme gerne auf Ihre Personen, da sie denken das es sich dabei um Menschen handelt.

00:21:03: Verschieben Sie sie weiter in Richtung psychische Systeme!

00:21:07: Dass es sich bei einem Outsourcing handelt fällt jedoch nur auf wenn man soziale Systeme von psychischen Systemen unterscheidet die miteinander lediglich strukturell gekoppelt sind.

00:21:28: Wir möchten versuchen, die anscheinend wirklich schwerverdauliche und mittlerweile auch ideologisch angefeindete Idee zu vermitteln dass Organisationen nicht aus Menschen bestehen sondern aus Kommunikation.

00:21:41: Und die Menschen als ihre Umwelten verstanden werden können.

00:21:45: Und warum das?

00:21:46: sehr praktisch ist sich das so vorzustellen.

00:21:50: Hinter der sehr geläufigen Vorstellung, dass Organisationen aus Menschen bestehen, steckt die Idee einer Teil-Ganzesunterscheidung.

00:21:59: Das Ganze wird dann gedanklich in ihre Teile also die Menschen zerlegt oder andersherum aus ihnen zusammengesetzt.

00:22:10: Die Systemtheorie betet hierauf einen anderen Blick an.

00:22:14: Sie versteht soziale Systeme als Kommunikationssysteme und die psychischen Systeme die strukturell gekoppelt sind, siehe oben als ihr Umwelten der Kommunikation.

00:22:25: Man könnte auch sagen, als ihre Beobachter.

00:22:29: Dabei folgt sie nicht der Teil ganzes Unterscheidung sondern einer System-Umweltunterscheidungen.

00:22:36: Das Ganze ist aber und das ist wichtig die sogenannte Einheit der Differenz aus System und Umwelt.

00:22:45: Damit wird nicht gesagt, dass die Menschen nicht zur Organisation gehören sondern lediglich das sie an einer anderen Stelle mitgedacht werden sollten nämlich in der Umwelt der Organisation und nicht innerhalb.

00:22:59: Menschen beziehungsweise korrekter gesagt die psychischen Systeme sind relevante Umwelten für die Organisation auf die sich die Organisation kommunikativ bezieht bzw.

00:23:10: die sie benötigt um überhaupt kommunizieren zu können.

00:23:14: da das ganze Als System und Umwelt gedacht wird, gäbe es ohne Umwelten kein soziales System.

00:23:22: Das bedeutet die Organisation existiert nur weil sie auch relevante Umwelte also zum Beispiel Mitarbeiter hat.

00:23:30: Menschen sind überlebenswichtig für Organisationen.

00:23:33: aber nur auf die Menschen zu schauen hieße dann eben auch nur auf Die Umwelt der Organisation zu Schauen.

00:23:39: start auf das ganze Und zum Ganzen gehört eben auch das soziale System Also das Kommunikationssystem.

00:23:46: Das Kommunikationssystem ist etwas ganz Eigenes und seine je individuelle Verfasstheit, seine Struktur sollte auch mit der entsprechenden Würdigung behandelt werden.

00:23:58: Iglas Luhmann formuliert es so – statt einer Subjekt-Objektunterscheidung wird zwischen den Operationen eines Systems und dem Beobachten dieser Operationen unterschieden.

00:24:13: Dieser Blick ist folgenschwer….

00:24:15: Denn er bedeutet, dass Organisationen sich nur ändern wenn sich ihre Kommunikationsstrukturen ändern.

00:24:22: Veränderungsbemühungen sollten sich deshalb im Schwerpunkt damit befassen welche Kommunikationsmuster problematisch sind und wie die Organisation sie erzeugt um sie dann verändern zu können.

00:24:35: Damit sich Kommunikierungsstruktoren ändern reicht es unter Umständen nicht aus an den Umweltern anzusetzen also an den psychischen System der Mitglieder Und es kann nicht oft genug betont werden, wie schwierig und auch unökonomisch das auch wäre.

00:24:52: Dieser Blick ist enorm praktisch denn er befreit uns davon in der Komplexität zu denken dass eine Organisation die Summe hundeter oder tausender von Mitgliedern ist.

00:25:04: Jede einzelne Psyche ist ja schon hochkomplex.

00:25:07: jeder Organismus ist hoch komplex statt also jede Psyche und jeden Körper im Einzelnen verstehen oder gar verändern zu müssen, kann ganz praktisch und ökonomisch an der Kommunikationsstruktur gearbeitet werden.

00:25:25: Die Arbeitsmarktproblematik spült das Thema ganzer Mensch als Anforderung in die Unternehmen hinein.

00:25:32: Der Mensch wird damit zwar zum Thema der Kommunication in Unternehmen bleibt selbst aber weiterhin als Beobachter draußen!

00:25:41: Ja, das war Organisationen entwickeln.

00:25:43: Der Become Better Podcast für wirksame Führung und Zusammenarbeit!

00:25:48: Danke, dass du deine Zeit mit uns verbracht hast.

00:25:51: Gefällt dir unser Podcast?

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00:25:58: Und falls du über Apple-Podcast oder Spotify hörst, dann gib uns doch auch gleich fünf Sterne und folge uns.

00:26:05: Denn das hilft uns enorm dabei weitere Menschen zu erreichen, denen es auch ein Anliegen ist eine Welt zu schaffen in der wir alle gerne leben und arbeiten möchten.

00:26:15: Bis zum nächsten Mal!

00:26:16: Tschüss.

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